Aufzug BJ2002 von WEG Verwaltung alle Hoch Risken zur sofortigen Modernisierung gefordert

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    • Aufzug BJ2002 von WEG Verwaltung alle Hoch Risken zur sofortigen Modernisierung gefordert

      Hallo zusammen

      Ich bin neu hier und im Verwaltungs Beirat einer WEG welche einen Kone Aufzug BJ 2002 mit 4 Haltepunkten für 4 Pers. 320Kg , TÜV in 2019 bis 4/2020 betreibt.

      Der Verwalter hat vom einem Ing. Büro in 3/2018 eine Sicherheitsanalyse durchführen lassen, bei der die Abweichungen zum Stand der Technik in den Punkten
      1) Unzulängliche Schutzeinrichtungen an Fahrkorb und Schachtüren ,
      2) Fehlende Schutzmassnahmen gegen unkontrolierte Bewegung des Fahrkorbes bei offenen Türen

      mit Risiko Hoch bewertet wurden.


      Der Hausverwalter drängt die Abweichungen, die er offenbar selber Mängeln gleichsetzt, umgehenst abzustellen (also tatsächlich 1 Jahr nachdem diese festgestellt wurden) .
      Für 1) soll die vorhandene (Punkt) Lichtschranke durch einen entsprechendes Infrarot Lichtvorhag (3700.- Netto),
      für 2) durch Frequenzumrichter, neue Hauptplatine, Haltesteuerung etc. for 9800.- Netto.

      Abhilfe geschaffen werden.


      Nun habe ich ein paar Fragen.

      A) gemäss welcher Vorgabe sind diese Risiken tatsächlich ein Mangel ? Denn so wie ich LASI 16/02 verstehe hätte das der TÜV als ZÜS dies so feststellen müssen. Für mich erweckt das Tüv Siegel der Anschein, daß es keine sofort zu behebenden Mängel gab.

      B) Gemäß der TÜV Checkliste kann eine neuerer Aufzug durchaus ein nur mittlerers Risiko in bezug auf Punkt 2) darstellen Bei der Sicherheitsanalyse gab es aber diesbezüglich keinen Kommentar. Wie kann man als Laie ggf herausfinden, ob dieser Punkt richtig bewertet wurde.

      C) wenn man im Internet schaut, findet man lediglich, daß bis 2020 eine Gegensprechanlage in den Aufzügen nachgerüstet werden muss Auch habe ich eine Sicherheitsanalyse aus einer anderen WEG vorliegen, bei der für einen Aufzug BJ71 erheblich mehr Abweichungen mit Risiko hoch festgesellt wurden, aber diese auf eine in Zukunft stehende Modernisierung terminiert werden. Daher stellt sich mir die Frage ob unser Verwalter etwas voreilig ist oder andere die Brisanz der Lage noch nicht erkannt haben.

      D) Wären Kosten rund 13000€ für die Moderniserung der Steuerung nicht Anlass um auf eine "Freie" Aufzugsteuerung umzurüsten um der Problematik zu entgehen, das bei sämtlichen zukünftigen Aktionen (Wartung/Reperatur /Modernisierung) grundsätzlich nur der Hersteller in Frage kommt ? Oder in welcher Grössenordnung würde diese liegen?

      Evtl. hat ja jemand ein paar Meinungen, Infos, Links dazu ?

      Grüsse

      Jörg

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von DerMitfahrer ()

    • Ihr braucht garnichts zu machen.
      Die Anlage entsprach zum Zeitpunkt der Errichtung dem Stand der Technik.

      Heute ist der Stand der Technik ein anderer. Daher wird vom TÜV so einiges aufgeschrieben.

      Wenn der Tüv "echte" Mängel findet so werden diese im TÜV Bericht auch als solche genannt.

      Was ihr aber braucht ist, wie Du schon angemerkt hast, der Notruf zu einer ständig besetzten Stelle geht.

      Bei dem alter der Steuerung kann man so langsam mal über etwas neues nachdenken.
      Dann sollte man aber mal eine Rechnung über 20 Jahre aufstelle.
      Preis für eine freie Steuerung mit Wartung und der Preis für eine Steuerung von Kone mit der Wartung. Oftmals ist eine freie Steuerung teurer in der Anschaffung, aber im Unterhalt der Gesamtanlage günstiger.

      Ohne euer Gebäude zu kennen, würde ich sogar auf einen Freuenzumrichter verzichten oder einen nehmen welcher in den Tiefschlaf gehen kann.
      Ein Fu verbraucht ständig Energie. Wenn der Aufzug viel läuft spart der Fu aber im Vergleich zu anderen Regelungen Energie. Auch wenn schon veraltet kann eine Anlage mit 2 Geschwindigkeiten von Vorteil sein. Da ist nicht drann was kaputt gehen kann.

      Wir habe z.B. so einen Fall mit 2 Baugleichen Anlagen (BJ.1966) gehabt. Eine Anlage musste vor ca. 25 Jahren wegen eines Feuers moderniesiert werden. Bis jetzt musste die Steuerung erneuert werden, der Drehstromregler musste erneuert werden (jetzt ein Fu). Die erste Anlage läuft aber immer noch mit den ersten Bauteilen.
      Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.
    • Danke für die Antwort, den Notruf haben wir schon - der Aufzug ist von 2002 , also im vergleich zu Aufzügen aus den 60/70 gar nicht so alt. Das Gebäude hat 8 Parteien und ist eher wenig frequentiert, denn es fahren eigendlich nur die Bewohner aus dem oberen Stockwerk vieleicht je 4 mal am Tag.

      Die Sache mit der Wirtschaftlichkeit über die Zeit ist ein guter Tip denn sogar der Verwalter hat bereits bei anderen Unternehmen aufgrund der hohen Wartungskosten angefragt, aber wegen dem Kone System eben niemenden gefunden der die Wartung machen kann/will. Ich glaube es muss die Wirtschaftlichkeit über 10 Jahre gegeben sein, damit man rechtlich keine Probleme bekommt.

      Und ja, so robuste Mechanik und Elektrotechnik ist eigendlich nicht totzukriegen bzw. recht leicht zu reparieren , Elektronik/computer haben aber längstens Hhalbwertszeiten von 20 Jahren und dann kann/will das niemand mehr reparieren.
    • Bie Kone habe ich noch mal einen Flyer gefunden, der das Verhalten des Verwalters erklären könte.

      Und da sagen sie (zwar in Bezug auf das UCM system, aber wäre ja auf alles andere auch Anwendbar)

      HRE PFLICHTEN ALS ARBEITGEBER (BETREIBER)
      -Sie sind gesetzlich verpflichtet, Ihren Aufzug technisch auf dem neuesten Stand zu halten.
      - Sie haften, wenn ein Verwender (Nutzer, Wartungspersonal) aufgrund überholter Technik zu Schaden kommt
      -Die zurzeit geltenden Vorschriften der DIN EN 81 definieren maßgeblich den aktuellen Stand der Technik.

      und so wird konstruiert das man nur mit einem Aufzug gemäss dem aktuellen EN81 aus der Haftung heraus ist. Ist halt die Frage wie man z.B. überholte Technik definiert , ist nicht neueste EN automatisch? überholt, und tritt der Schaden aufgrund der überholten Technik ein (also Vorhanglichtschranke war nicht da, oder muss dazu noch ein Schaden an der Schliessvorichtung da sein, die ja normlaerweise wieder aufgeht wenn man denoch dazwischen klemmt.
    • Wir hatten einen Architekten der wollte partou keine Lichtschranke an Neuanlagen im Altenheim.
      Nach langen hin und her bekam er eine einzelne Lichtschranke.
      Jahre später ging eine ältere Frau sehr langsam in den Fahrkorb, mit dem Kopf vorraus.
      Wie sollte es anders sein, die Tür schloss und der Kopf war im Weg.
      Es gab eine grße Untersuchung ob wir die Schließkraft der Tür richtig eingestellt hatten.
      Glücklicherweise lagen wir unter den 15Kg. Das Amt für Arbeitsschutz welche bei uns die Anlagen damals abgenommen hatte hat war mit uns zufrieden und hat alle Anlagen im Gebäude stillgelegt.
      Der Kunde musste erst eine Lichtleistenüberwachung nachrüsten.
      Bis dahin wurden die Lichtpunkte nie beanstandet.
      Welchen Ärger der Betreiber hinterher hatte ist mir nicht bekannt.

      Es werden immer neue Schwachstellen gefunden welche zu einem Unfall führen könnten.
      Wenn es etwas wirklich gravierendes ist bekommt ihr ganz schnell davon etwas mit und ihr müsst handeln.
      Bei leichteren Sachen enspricht eure Anlage nicht mehr dem Stand der Technik.
      Ein Schaden tritt nicht aufgrund der "überholten Technik" auf.
      Die aktuelle Technik soll diesen Schaden verhindern.

      Ein alter PKW ohne ABS,ESP und Sicherheitsgurte enspricht nicht dem Stand der Technik.
      Er darf trotzdem benutzt werden.

      Bei euch ist das Hauptproblem die Haftung wenn etwas passiert.

      Eine Neuanlage kann schon nach einem Jahr nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.
      Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.
    • Hier ist noch eine Meinung das alle Aufzüge nach EN81-20 /50 Müssen:


      "EN81-20 war ursprünglich nicht für die Aufzugsmodernisierung oder -wartung gedacht. Jedoch hat sich die Branche dazu entschlossen, die neue Aufzugsnorm in allen Aspekten sowohl beim Aufzugbau als auch bei der Wartung umzusetzen. So ist gewährleistet, dass die Standards für die Sicherheit jedes Aufzugs branchenweit einheitlich sind und die Nutzer stets ein Höchstmaß an Schutz genießen. Außerdem bedeutet es eine Vereinfachung bei der Lagerhaltung sowie hinsichtlich verschiedener Auffassungen bezüglich der Anforderungen."


      Wegen der Haftung wäre dann eigendlich die Frage wenn man TÜV (ZÜS) Plakette hat aber nicht Stand der Technik, ob dann die Haftplichtversicherung zahlt, oder z.B. wegen grober Fahrlässigkeit nicht.
      Klar mit der umrüstung geht man den "unterschiedlichen Auffassungen" aus dem Weg.
    • Das ist völliger Quatsch. Ich weiß nicht wer solchen scheiss verfasst. Wenn es danach geht, müssen alle Aufzüge auf EN81-20 / 50 umgerüstet werden. Damit müssten Millionen Aufzüge von jetzt auf gleich ersetzt werden.

      Aufzüge die zur Errichtungszeit ihrer EN Norm entsprachen und errichtet wurden, müssen nicht auf die EN81-20 / 50 umgerüstet werden. Sie dürfen weiter betrieben werden. Das ist bei vielen gar nicht möglich.
    • So wie ich das sehe haben manche Aufzug Hersteller den Zusammenhang "Nicht EN81-20/50 = nicht Stand der Technik" = Neues Hafrungsrisiko durch die Formulierungen in der Betriebssicherungsverordung 2015 als erforderich interpretiert.
      Somit verkaufen Sie diese Modernisierung als erforderlich oder das eine WEG haften muss weil eben nicht modernisiert. Ist erst mal so etwa im Umlauf ist es auf einer Eigentümerversammlung schwierig das aufzuhalten weil natürlich mit Horrorscenarien bei Unfällen , eine Moderniserung für 20T€ doch einfach das kleienere Übel ist. Und solange kein Gericht entschieden hat, das es kein höheres Haftungsrisiko gibt, läst sich mit "Haftungsrisikio" leicht eine Pro Entscheidung herbeiführen..
    • Liftboy schrieb:

      Wir hatten einen Architekten der wollte partou keine Lichtschranke an Neuanlagen im Altenheim.
      Nach langen hin und her bekam er eine einzelne Lichtschranke...
      Jahre später ging eine ältere Frau sehr langsam in den Fahrkorb, mit dem Kopf vorraus.
      Wie sollte es anders sein, die Tür schloss und der Kopf war im Weg.
      Es gab eine grße Untersuchung ob wir die Schließkraft der Tür richtig eingestellt hatten. .
      Glücklicherweise lagen wir unter den 15Kg. Das Amt für Arbeitsschutz
      welche bei uns die Anlagen damals abgenommen hatte hat war mit uns
      zufrieden und hat alle Anlagen im Gebäude stillgelegt.
      Der Kunde musste erst eine Lichtleistenüberwachung nachrüsten.


      ..
      Wegen dem Vorfall hätte ich noch zwei Fragen um den Vorfall besser einordnen zu können : wenn der Architikt keine Lichtschranke wolte müste der Aufzug zu einer Zeit gebaut worden sein als noch keine gefordert wurden ?

      Und ist die Frau damals oder hat sie sie sich lediglich erschrocken oder verletzt worden, ggf. ist gestürzt, mit Folgen, ? etc Brille heruntergefallen ?

      Denn lediglich eine Aufzugtür gegen den Körper zu bekommen ist zwar unangenehm aber sie geht ja wieder auf, lediglich wenn man seine flache Hand zwischen die Tür und Wand bekommt dann ist das Überraschende da sie gar nicht wieder Aufgeht (weil offenbar die Sicherheitsschaltung je nach EN Stand unter 50 bzw 20mm nicht mehr wirksam sein muss.

      Der TÜV sieht es auch differnzierter und spricht nur von der Gefärdungsklasse "inakzeptable hohen Risiko" die gemacht werden muss.