EN81-20 Verriegelung der Schachttür

    • EN81-20 Verriegelung der Schachttür

      Hallo zusammen,

      ich beschäftige mich gerade mit der neuen EN 81-20. Dabei habe ich schon öfters gehört dass dort eine Fahrkorbtürverriegelung gefordert sein soll. Viele Monteure von verschiedenen Aufzugsfirmen sprechen davon. Ich selbst habe schon mehr mehrfach versucht diesen Passus in der Norm zu finden. In Kapitel 5.3.9.2 habe ich nur das gefunden, was in der alten Norm auch schon gefordert war. Verriegelt muss es nur sein, wenn die Abstand zwischen Schachtwand und Tür größer als 20cm ist.(5.2.5.3.1).

      Weiß einer von euch mehr? Was hat es damit auf sich?

      Viele Grüße
    • Eine Kabinentürverriegelung wird nur wie gewohnt bei einem Abstand schachtwand Kabinentür größer 150mm gefordert ( inkl den Feinheiten so wie du es gefunden hast)

      die Kabinentürverriegelung ist die einfachste und sicherste Lösung (da schon vorhanden) für
      5.3.15.2

      MfG
      Meine Beiträge basieren auf Berufs-und Lebenserfahrung , gefährlichen Halbwissen und Klugscheißerrei ?(
    • Also es stimmt, dass es weiterhin keine generelle Forderung nach einer Fahrkorbtürverriegelung gibt. Es ist weiterhin abhängig vom Abstand zwischen Türschwelle und Schachtwand.

      Aber:
      Unter Punkt 5.3.15.2 gibt es nun neue Anforderungen an das Öffnen der Fahrkorbtüren von innen des Fahrkorbes heraus.

      Gleich geblieben sind die 50 N, die mindestens notwendig sein sollten, um eine Fahrkorbtür bei Fahrt zu öffnen, wobei der Aufzug dann sofort zu stehen kommen sollte ausserhalb einer Entriegelungszone.

      Neu ist jedoch, dass jetzt klar definiert ist, wie kräftig so ein Zuhaltemechanismus (d.h. Motor + Riemen etc.) sein soll, wenn sich der Fahrkorb ausserhalb der Entriegelungszone befindet. Bei einer Kraft von 1000 N, also knackigen 100 kg, darf die Tür sich maximal um 50 mm öffnen lassen.

      Ich denke, dass hier einige Hersteller freiwillig eine Fahrkorbtürverriegelung anbieten werden.

      Die meisten Fahrkorbtürmotoren, Spindel, Riemen usw. die ich bisher geprüft habe, konnten zumindest nicht meine Körperkraft aufhalten. Und ich denke nicht, dass ich vom Stand aus einfach so 1000 N gedrückt habe ;)

      Da darf einfach nichts mehr rutschen oder sich zu sehr dehnen lassen. Wenn ich mir so manche Türmotöchen mit den Riemchen angucke... naja

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TUEVler ()

    • TUEVler schrieb:

      wie kräftig so ein Zuhaltemechanismus (d.h. Motor + Riemen etc.) sein soll, wenn sich der Fahrkorb ausserhalb der Entriegelungszone befindet
      ich vermute für den Fall eines Stromlosen Motors muß es auch gelten. Reine Interpretationssache.


      Und nicht zu vergessen das ein selbstständiges kraftbetriebenes Öffnen verhindert werden muß.



      Kurzschluss schrieb:

      Wie sieht das denn beim Roll- oder Schiebetor aus
      gilt erstmal die gleiche Vorschrift,die Falttüren nicht zu vergessen.


      Nun stellt sich die Frage was mit der Vorschrift bezweckt werden soll, welche Gefahr verringert bzw verhindert werden soll.
      Hier vermute ich mal das selbständige Befreien von Eingeschlossen aus dem Fahrkorb(außerhalb der Türzone) heraus soll verhindert werden
      Dies birgt die Gefahr des Absturzes in den Schacht, der Quetschung oder Verletzungen anderer Art.
      Wenn der Abstand Kabinentür- Schachtwand /Schachttür so gering ist das ein Absturz verhindert wird, Die Oberflächen so geglättet sind das die Verletzungsgefahr minimiert wurde und das wichtigste die Schachttür von Innen heraus nicht Entriegelt Bzw Geöffnet werden kann denke ich mal wäre es gut.
      Natürlich bedarf es dann wiederum Maßnahmen die die Gefahr bei der Notbefreiung mit offener Kabinentür (Quetschgefahr)minimiert.

      MfG

      Vielleicht kann der Kabinentürhersteller hier im Forum einen erhellenden Beitrag schreiben.
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    • Wir interpretieren es auch so das ausserhalb der Entriegelungszone eine Selbstbefreiung unterbunden werden soll. Kann man durchaus als Sicherheitsvorteil sehen der einfach umgesetzt werden kann. Gibt bestimmt genug Kandidaten die es drauf anlegen die Kabinentüre auf zu bekommen.

      Die Frage ist, wie oft passiert in diesem Zusammehang etwas (Abstand kleiner 150 und Selbstbefreiungsversuch oder Öffnung während der Fahrt)? Wie sind da eure Erfahrungen? Wir bekommen das nahezu nie mit da wir ja am Ende nichts damit zu tun haben.

      Für die meisten Türen-Hersteller ist das natürlich schön. Wie bereits zuvor im Sortiment, können wir nun alles mit Verriegelung liefern und automatisch mehr verlangen. Solche Veränderungen haben aber auch immer andere Effekte als nur Sicherheitsrelevante. Es gibt an sich vier dominierende Normzonen auf der Welt in Sachen Aufzüge. Das sind EN, EN Derivate, BSLJ und A17. Zum Einen regt man die Industrie der eigenen Normzone wieder an und zum anderen schützt man sich vor Marktteilnehmern aus anderen Zonen die noch nicht nach EN fertigen können. Das dies bewusst gemacht wird, darf man natürlich keinem Vorwerfen. Aber der Effekt ist auf jeden Fall da. Im Gegenteil sogar. Viele Regionen setzten auf EN Derivate und kaufen daher von Europäischen Herstellern EN Komponenten.
    • Ich bin da auch etwas zwiegespalten. Zum Einen ist es ein wesentlicher Fortschritt, das sich die Normung mal dieses teilweise unsäglichen "Schrottes" annimmt, was so als Tür verkauft wird.
      Wenn gereade die Kabinentüren etwas stabiler werden, super!
      Ich bin aber auf der anderen Seite mal gespannt, wie das konstruktiv gelöst wird. Ich denke da an die bisherigen Zusatzzuhaltungen, oder "Hollandverriegelungen". Da war mir die Ersatzmaßnahme, die Rücksprünge im Schacht zu verbauen, wesentlich lieber.
      Mir sind auch keine Unfälle bekannt, die daraus resultieren, das ausserhalb der Entriegelungszone geöffnete Kabinentür ursächlich war.
      Na denn, macht für den Kunden alles wieder ein wenig teurer, der Sicherheitsgewinn ist IMHO unbedeutend.
      Ralle
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