Kosten Modernisierung und Stromeinsparung

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    • Kosten Modernisierung und Stromeinsparung

      Hallo zusammen,

      ich versuche im Rahmen einer Studienarbeit herauszufinden wie viel eine Modernisierung eines Aufzugs kostet und wie viel Strom dadurch eingespart werden kann. Man kann annahmen, dass ein 25 Jahre alter Aufzug mit 10 Stockwerken ausgetauscht werden soll.

      Gibt es da Erfahrungswerte oder weiß jemand vielleicht wo ich da am besten suche.

      Ich habe schon das ganze Internet abgegrast, aber ich finde keine Angaben zu Modernisierungskosten und deren Stromeinsparungspotential.

      Weiß jemand vielleicht wie viel z.B. ein OTIS Gen2 Flex für 10 Stockwerke kostet.


      Edi
    • Edi,

      im Rahmen Deiner Studienarbeit beschäftigst Du Dich mit einem sehr aktuellen Thema, das ich jetzt mal so formuliere: In welchem Verhätnis steht der finanzielle Aufwand für die vollständige Erneuerung eines vorhandenen Aufzugs zu den eingesparten Energiekosten in der Nutzungsphase?

      Das ist zwar nur ein ausgewählter Aspekt von vielen, die den gesamten Lebensyzklus eines Aufzugs betreffen, aber wohl im Rahmen Deiner Studienarbeit vom Themenersteller so formuliert und damit erst mal, so weit möglich, von Dir auf den Punkt zu bringen. (Varianten einer Modernisierung der bestehenden Anlage werden offensichtlich auch erst mal nicht betrachtet?)

      Unabhängig davon, welche Verfahren man zur Beurteilung der ökonomischen Vorteilhaftigkeit anwendet, statische oder dynamische, sind für den Vorher-Nachher-Vergleich auch noch ein paar technische Angaben notwendig. Wenn Du von einem 25 Jahre alten Aufzug mit zehn Haltestellen als Ausgangsbasis schreibst, könnte man jetzt mal annehmen dass es sich um keinen hydraulisch betriebenen Aufzug handelt. Es wäre dann damit möglich, weitere Annahmen zur typischerweise vor 25 Jahren installierten Technik bei einem Treibscheibenaufzug zu treffen.

      Deine Frage, was die Erstellung (und nur die Erstellung, nicht die späteren Betriebskosten!) eines neuen Aufzugs (vom Hersteller xy Typ xy) kostet, ist sicher auch noch relativ einfach abschätzbar (auf den Cent kommt es jetzt erst mal nicht an).

      Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass technische Fragen zum alten und zum neuen Aufzug sowie die Kosten für eine Neuanlage geklärt werden könnten, fehlt immer noch die absolut wichtigste Information, die einen entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch ausübt:

      In welchem Gebäude ist dieser Aufzug installiert: Bürogebäude, Wohngebäude, hoch oder niedrig frequentiert, Einzelaufzug oder noch andere Aufzüge vorhanden... ?

      Der vorige Beitrag veweist auf eine Studie, die den lebenszyklusorientierten Ansatz verfolgt, was zunehmend gefragt ist und m.E. sinnvoll ist. Du musst jetzt anhand Deiner Fragestellung entscheiden, wo die Grenzen sind. Bei Deiner formulierte Fragen ist anzunehmen, dass es jetzt erst mal nur um die erzielte Energiekosteneinsparung in der Nutzungsphase geht.

      Bin gespannt auf Details...

      matuho

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von matuho ()

    • Hallo Edi,
      hallo erst einmal im Forum.
      Ja du hast Dir hier ein sehr interessantes und Anspruchsvolles Tema ausgesucht. Du wirst aber im Internet alleine dazu nicht alles Finden. Was du brauchst sind Fachleute die dich bei der Arbeit an den Anlagen unterstützen und einige Vergleichsmessungen machen. Wenn du hier mal deine ungefähre Wohngegend angibst kann Dir wahrscheinlich schneller geholfen werden.
      So im allgemeinen hängt sehr viel von der vorher nachher Situation ab. Wie viele Fahrten werden angenommen, welche Norm ist die Grundlage, was soll Modernisiert werden (ganzer Aufzug oder nur die Steuerungstechnik mit Antrieb) und letztendlich welche Energiekosten legst du zu Grunde.
      Viele Fragezeichen, also brauchen wir erstmal Antworten um dir helfen zu können.
      :D Ein Aufzug fährt ab und auf und manchmal kommt er sogar da an wo man es möchte 8o
    • Wow, vielen Dank für die Antworten und Anregungen!

      Also das Ziel ist es eine Kennzahl "Stromeffizienz" zu ermitteln, das bedeutet wieviel Euro muss ich investieren um 1kWh zu sparen (€/kWh) bzw. den Kerwert: wieviel kWh kann ich sparen wenn ich 1€ investiere (kWh/€).Daraus lässt sich dann auch die Amortisationszeit ableiten bzw. aus den Daten die man zugrunde legt. Dann kann entschieden werden welche Maßnahmen amortisieren sich sowieso (<3Jahre) welche Maßnahmen kann man evtl. vom Bund fördern lassen (Amortisationzeit >3 Jahre).

      Ich komme aus Berlin und die Aufzüge um die es gehen soll sind in hohen Wohngebäuden verbaut, also in diesen typischen Plattenbauten wie im Märkischen Viertel. SIehe Link (Goggle Suche: Märkisches Viertel)

      google.de/search?q=M%C3%A4rkis…Is6b21qmCxwIVZ53bCh0kiwF5

      Danke für den Bericht, da bin ich auch schon drüber gestolpert. Ich habe auch schon Kennzahlen zu einzelnen Optimierungsmaßnahmen berechnet, wie Schachtentrauchung (hier wird thermische Energie eingspart, die für mich bzw. die Fragestellung nicht relevant ist), oder Einbau von Blue Kit. (Hier ist der Link zum meinem bisherigen Fortschritt filedropper.com/aufzgeinwohnge…effizienzpotentiale-kopie)

      Ich hänge bloß daran ein Beispiel zu berechnen, dass einmal die Modernisierung eines bestehenden Aufzuges darstellt und/oder den Ersatz eines alten mit einem neuen Aufzug.

      Ich versuche hier mal ein Beispiel zu konstruieren, dass alle Angaben enthält:

      Art: Wohngebäude, 10 Etagen, Seilaufzug
      Nutzungskategorie 3 (1,5h/Tag) nach VDI 4707
      Nennlast: 630 kg
      Geschw.: 1 m/s
      Strompreis: 0,27€
      Modernisierung: ganzer Aufzug bzw. alter raus neuer rein (wenn sowas überhaupt gemacht wird)

      Man könnte auch unseren Uni Aufzug als Beispiel nehmen, wäre zwar eher Bürogebäude und häufiger frequentiert, aber auch interessant:
      Otis 2000 VF ; 1000kg ; 13 Pers. ; Baujahr 1994 ; 2 Aufzüge nebeneinander

      Man könnte auch die Studie vom Link in der ersten Antwort heranziehen. Also z.B. sagen ein Aufzug Nutzungskategorie 3, Nutzllast 630kg und v=1m/s soll von Energieffizienzklasse D auf A mordenisiert/ausgetauscht werden. Dann hätte man die Strom-/ bzw. Kosteneinsparung, aber die Frag ist eben wieviel sowas kostet.
      Tabelle 13, Seite 40

      Ich hoffe ich habe nichts vergessen.
      Edi

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Edi ()

    • Hey Edi,
      wenn du die Modernisierungskosten mit den gesparten Energiekosten aufrechnen willst wirst du erschrecken. Bei einer Modernisierung hast du aber nur zum einen Teil die Energieeinsparung die man hochrechnen kann. zum anderen sind da die meist niedrigeren Wartungskosten (neuere Produkte haben einen geringeren Wartungsaufwand). Wenn du sagen wir mal von Energieeffizienzklasse D nach A aufrüsten willst muss man eine Ersatzanlage einsetzen. Das hat Bauseits meistens auch kosten in nicht unerheblichen maß zur folge.
      Aber gut für Dich mal zum Rechnen :
      Kosten Modernisierung für dein Beispiel ca. 60tsd € und nochmal xxtsd€ Bauseitige Anpassungsarbeiten (für alle die jetzt Aufschreien das sind fiktive kosten die die grob geschätzt sind und stark variieren können; aus vielen gründen).
      Damit kannst du ja schon mal anfangen und vielleicht kommst du auch noch auf die eine oder auch andere gute Idee. Dann las sie uns wissen 8o
      :D Ein Aufzug fährt ab und auf und manchmal kommt er sogar da an wo man es möchte 8o

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von elevatorfreak ()

    • Edi,

      die von Dir so bezeichnete Kennzahl „Stromeffizienz“ ist zur kompakten Darstellung einer möglichen finanziellen Vorteilhaftigkeit von Energieeinsparmaßnahmen auch als „äquivalenter Energiepreis“ bekannt. Suche im Netz mal nach diesem Begriff, Du wirst einiges finden. Bauherren und Betreiber schrecken vor Modernisierungs- oder Erneuerungsmaßnahmen oft zurück, weil sehr hohe Amortisationszeiten bei statischen Berechnungsverfahren ermittelt werden. Die von Dir genannten drei Jahre (m.E. viel zu wenig) sind statisch gerechnet kaum realistisch. Der äquivalente Energiepreis hingegen soll dem Bauherren und Betreiber zeigen, dass er über die gesamte Nutzungsdauer von der Maßnahme finanziell profitiert. Beim äquivalenten Energiepreis wird dynamisch gerechnet, d.h. die Investition wird mit Hilfe des Annuitätsfaktors (Kapitalwertmethode) in jährliche gleichbleibende Zahlungen umgerechnet (bezogen auf die erwartete rechnerische(!) Nutzungsdauer, z.B. 20 oder 25 Jahre, und einen angenommenen Kalkulationszinssatz). Dieser Wert wird dann durch die eingesparten (Differenz vorher-nachher) Kilowattstunden pro Jahr geteilt und Du weißt, was Dich eine eingesparte Kilowattstunde pro Jahr kostet. Kostet sie Dich mehr, als der Bezug einer Kilowattstunde aus dem öffentlichen Stromnetz kostet, ist die Maßnahme möglicherweise nicht vorteilhaft – nur aus Sicht der Energiekosteneinsparung. Viele andere Aspekte, wie z.B. Instandhaltungskosten, Reduzierung des Betreiber-Risikos durch Anpassung an den Stand der Technik, bessere Vermiet- und Vermarktbarkeit werden dabei - so wie Deine Fragestellung im Moment formuliert ist - nicht berücksichtigt.

      Dann stellt sich die Frage, wie genau möchtest Du rechnen: Soll es um eine überschlägige Abschätzung gehen, um erste Größenordnungen kennenzulernen, oder möchtest Du möglichst genau und vor allem realitätsnah rechnen? Die Antwort entscheidet letztlich, welche Daten Du dann für Deine Berechnung benötigst. Vorab: der äquivalente Energiepreis ist eher eine Methode für die unkomplizierte, überschlägige Erstabschätzung der Vorteilhaftigkeit. Im Gegensatz hierzu wäre z.B. ein vollständiger Finanzplan über die rechnerische Nutzungsdauer eine präzisere Methode, aber auch die anspruchsvollere hinsichtlich der dafür notwendigen Daten.

      Energie vorher:
      Mir ist noch nicht ganz klar, ob es jetzt um eine fiktive oder eine reale Anlage gehen soll. Wenn real: Kennst Du den Jahresenergieverbrauch der alten Anlage? Ideal wäre ein gemessener Verbrauch, wenn die Anlage über einen separaten Stromzähler verfügt, von dem man weiß, was genau gemessen wird, und der regelmäßig abgelesen wird (i.d.R. nicht der Fall). Möglich wäre die Berechnung nach VDI 4707 Teil 1 (Dazu müsste jemand bereit und in der Lage sein, die erforderlichen Messungen für die Referenzfahrt und die Standby-Leistungsaufnahme durchzuführen). Alternativ könnte eine Langzeitmessung (d.h. über mindestens eine Woche durchgeführt werden), die mit geeigneten Methoden realitätsnah auf ein Jahr hochgerechnet wird. Das ist sehr zeit- und personalaufwendig, wurde jedoch jüngst wissenschaftlich erprobt. Wenn hierzu erste Veröffentlichungen zugänglich gemacht werden, weise ich gerne darauf hin.

      Energie nachher:
      Wenn sich irgendwo eine vergleichbare Neuanlage findet, gäbe es die gleichen Möglichkeiten, wie oben bei der alten Anlage (unwahrscheinlich). Alternativ einen kooperativen Hersteller bzw. Anbieter finden, der Dir für die angedachte Neuanlage Zahlen auf Basis der Berechnungsmethoden nach VDI 4707 zugänglich macht. Oder mal bei einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) nachfragen, die schon VDI-Messungen an vergleichbaren Anlagen-Gebäude-Kombinationen durchgeführt hat. Vielleicht ist man bereit, eine studentische Arbeit zu unterstützen.

      Kosten der Neuanlage:
      Idealerweise auf Basis eines Angebots für die geplante Neuanlage oder zumindest auf Schätzungen des in Frage kommenden Herstellers bzw. Anbieters – sofern kooperativ. Alternativ käme die Nutzung von Kostenkennwerten für Abschätzungen bei der Planung in Frage. Die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg stellt beispielsweise einen Kostenkennwertekatalog für Haustechnik zur Verfügung (TGA-KO Version 2), in dem Aufzüge überraschend differenziert abgebildet werden. Die Daten sind von 2008, aber lassen sich mit der Anwendung von Baupreisindices auf den heutigen Stand umrechnen. Für den Bezug dieser Daten fallen Gebühren an, aber vielleicht ist man auch hier bereit, für eine studentische Arbeit einzelne Zahlen ohne Gebühren herauszusuchen. Mit solchen Kennwerten bewegen wir uns zwar gegenüber einem hersteller- und objektkonkreten Angebot wieder in Richtung Schätzeisen, auch weil der Technologiewandel von 2008 zu 2015 nicht abgebildet wird, aber in jedem Falle besser als gar nichts…

      Verstehe meine Zeilen bitte nur als Anhaltspunkte, es führen viele Wege zum Ziel, wenn das Ziel klar definiert ist...
      Weiterhin viel Erfolg!

      matuho
    • @matuho:
      Da kennt sich aber einer wirklich gut mit der Materie aus (keine Ironie).
      Mir ist noch nicht ganz klar, ob es jetzt um eine fiktive oder eine reale Anlage gehen soll. Wenn real: Kennst Du den Jahresenergieverbrauch der alten Anlage?

      Ich denke es soll eine Fiktive Anlage gehen die nur an einen Durchschnitsaufzug im Wohnhausbereich angepasst ist. Ok der durchschnittliche Aufzug in Deu hat ca. 4,2 Ha und 542kg Traglast was dann leicht unüblich währe. Als Beispiel ist die 10Ha Plattenbauanlage aber gar nicht so übel da hier wenigstens ein bisschen die Energieersparnis auffällt.
      Die realen Beispiele gibt es zu hauf nur die vorher Messungen wurden meistens nicht gemacht.
      @Edi:
      Hast du schon mal bei den großen in Berlin angeklopft ob die Dich dabei nicht unterstützen wollen? Soweit ich weis haben die alle eine Presseabteilung und über die kommt man meistens ganz gut ins Gespräch. Nur so als Tip :saint:
      :D Ein Aufzug fährt ab und auf und manchmal kommt er sogar da an wo man es möchte 8o
    • Zur Beurteilung der "Wirtschaftlichkeit" eines Aufzugs über seine gesamte (rechnerische ) Nutzungsdauer kann auch die VDI-Richtlinie 2067 Blatt 1 (Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen - Grundlagen und Kostenberechnung) weiterhelfen. Studierende haben i.d.R. kostenfreien Zugriff auf Normen und Richtlinien (für Forschung und Lehre, nicht für kommerzielle Nutzung!).
    • ein interessantes Thema, leider oft zu tendenziell betrachtet.
      Als frequenzgeregelte Antriebe einzogen, hat jeder Hersteller mit der erheblichen Energieeinsparung geworben. Ich hatte damals an einer Musteranlage einen Zwischenzähler eingebaut. Nach 2 Monaten wurde umgebaut und wir haben die Verbräuche verglichen. War etwas ernüchternd! Etwas besser sieht es mit Gearlessantrieben aus. Aber wie schon gesagt, die Gesamtenergiebilanz muss auch die Sachen beinhalten, die sonst unter den Tisch fallen: - Herstellung der Komponenten, Montage, Reparatur, Austausch, Halbwertszeit der Komponenten usw. Das sieht dann nicht mehr so hübsch aus!
      Wir argumentieren eigentlich nur noch mit dem Komfortgewinn und der Verbesserung der Störungshäufigkeit (manchmal ein schmaler Grat)
      Ralle
      warum durch Langeweile sterben, wenn es auch vor Müdigkeit geht