Feuerwehrauzüge

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    • Feuerwehrauzüge

      Am 20.02. brannte ab der 52. Etage der 86-Geschosser „The Torch“ (engl. die Fackel - der Name,oi,oi,oi !) in Dubai mitten in der Nacht. Alle Leute wurden sicher evakuiert. Und der Brand, der bis in das 70. Geschoss reichte, konnte innerhalb weniger Stunden vollständig gelöscht werden!

      WOW!

      Stellt sich die Frage, was für Aufzüge wurden verbaut, welche besonderen Brandschutzmaßnahmen wurden bei der Gebäudeprojektierung berücksichtigt. Und was für ein operatives Rettungsregime wurde in Nullkommanichts aktiviert?
      Es hat alles funktioniert!

      WOW, Applaus und Respekt!

      Bei ausschließlichen Fluchten über Treppenhäuser hätte es richtig Tote und Verletzte gegeben.
      Ich gehe deshalb davon aus, dass Teile der Aufzugsanlagen für die Rettung und Brandbekämpfung benutzt wurden.

      Die Aufzugsanlagen und das Gebäude wurden offensichtlich abseits von Zwangsnormen durch Realisten geplant und gebaut. Beneidenswert!

      Nach EN 81-72 (Feuerwehraufzüge = Rettungsaufzüge) hätte es garantiert, allerdings immerhin normgerecht! - bei gleichen Bedingungen in Deutschland Tote und Verletzte gegeben, weil normabweichende Bauten nicht zulässig sind.

      Beispiel:

      Es gibt in o.g. Norm kein explizites Verbot des Einsatzes von optischen Gebersystemen im Schacht. Kopierung kann mit Gabellichtschranken erfolgen. Wenn im Schacht doch Rauch (z.B. durch Ausfall der Druckerhöhung im Schacht) einziehen sollte, ist es mit der Schalterei vorbei. Magnetschalter sind immun. Liste lässt sich mühelos mit Kriterien erweitern, die im Brandfall ein k.o. des Aufzuges nach sich ziehen würde.

      Die europäischen Theoretiker - und vorn weg die typisch Deutschen mit dem vorauseilendem Gehorsam - sollten jetzt mal nach Dubai reisen und alles von A bis Z analysieren, was, weshalb, wie gelaufen ist. Und dann vergleichen, was in unseren Normen gefordert wird!

      Mit Sachverstand und Vernunft wird man hoffentlich schnell feststellen, was einen weitgehend sicheren Betrieb unter unnormalen Umständen behindern kann. Das muss geändert werden, um damit Menschenleben zu retten!
    • mal ne Frage: wer baut denn noch ernsthaft optische Kopierungen ein? Die Nummer, die sich Autinor damals mit dem Capteur geleistet hat, sollte doch alle geheilt haben? mal sehen wann Cedes mitbekommt, das sowas eigentlich Unfug ist.
      Vernünftig und safe bekommt man das ja nur mit entsprechenden Zusatzmaßnahmen und redundanz hin. Wozu aber, es gibt ja sichere Systeme zu Hauf.
      In Bezug auf Brandfall und Deutschland würde ich das nicht so schwarz sehen. Wenn ein vernünftiges Brandschutzkonzept gemacht und umgesetzt wurde, sollte es funktionieren.
      Hier in B, ist es in Ermangelung "richtiger" Hochhäuser, eher wenig bekannt.
      Ralle
      warum durch Langeweile sterben, wenn es auch vor Müdigkeit geht
    • @RalleH
      Leibhafig erlebt. Anlage 130m FH, IR-Gabellichtschranke war Standard!
      Der nächste Knaller waren die Außenruftableaus, incl. LCD-Display und CAN-Knoten. Die Spannungsversorgung kam unegtrennt aus der Steuerung. Wenn in einer Etage Feuer ausbricht, ist bei den Halbleitern bei ca. 60°C Feierabend. Im unglücklichen Zustand werden die leitend. Ein Kurzschluß z.B. auf der gemeinsamen Einspeisung hat weitreichende Folgen in der sog. Feuerwehrsteuerung. Weil keine Trennung, geht die baden.
      Und auf deutsche Brandschutzkonzepte würde ich mich nicht verlassen. Beste Referenz: Provinzflughafen BER... (Lt. Zeitungsbericht werden die ersten Analgen in der Nordpier abegrissen , äh komplett schachtmäßig mit neuem Triebwerksraum umgebaut...)

      Einfach nur den simplen Menschenverstand walten lassen...Oder soll auf einem Grabsetin stehen: "Normgerchter Tod nach ach EN81-72 wegen Rauchvergiftung im Aufzug" ?

      Ich will mal keck behaupten, dass es in Berlin keine (!) Häuser, Anlagen oder Rettungskonzepte gibt, die im Gefahrenfall als rettungssicher gelten! Es wird dafür viel getan, dass es nicht zu Unglücken kommt. Aber wenn es eintritt?
    • Also wenn jemand über Feuerwehraufzüge Redet dann sollte man immer das Umfeld der Anlage mit betrachten. Es ist mit Sicherheit Schwachsinn wenn Designaspekte die Sicherheit beeinflussen aber deshalb gleich alle Versuche etwas in die richtige Richtung zu bewegen an die Wand zu stellen finde ich nicht fair.
      Persönlich habe ich aber zu Zeiten vor EN 81/72 sinnvollere Lösungen gesehen als jetzt wo alle nur der Norm hinterher hecheln.
      :D Ein Aufzug fährt ab und auf und manchmal kommt er sogar da an wo man es möchte 8o
    • Wenn man mal den gesunden Menschenverstand, technische Machbarkeit und Erfahrungen aus der Vergangenheit in einen Topf schmeisst, umrührt und sich das Elaborat anschaut, würde ich für mich persönlich den Entschluss ziehen, im Falle eines Brandes, wieselflink die Treppe nehmen!
      Ein Aufzug ist IMHO kein geeignetes Rettungsmittel im Brandfall! Der Aufwand, angefangen von den getrennten Busssträngen, separaten Einspeisungen, feuerhemmenden Türen etc. ist das ganze Gebilde immer noch zu fragil.
      Aber zum Glück muss ich mich nur sehr selten mit der 81-72 beschäftigen :)
      Ralle
      warum durch Langeweile sterben, wenn es auch vor Müdigkeit geht
    • Norm ist Norm.
      Du kannst sicher sein, dass ich genauso schnell aus der Hütte zu Fuss bin.

      Aber:
      Die Norm besagt, dass die Aufzüge so hergerichtet sein müssen, dass im Brandfall Rettungskräfte den Aufzug zur Brandbekämpfung und zur Rettung von Personen benutzen können. Im Hochhaus ist ein Feuerwehrmann mit seinem Vollschutz nach der 3. Etage k.o. !

      Wenn Personen abtransportiert werden müssen - Krankenhäuser u.s.w. lassen grüßen ! - dann ist der Aufzug in Verbindung mit dem Baukörper durchaus ein legitimes Rettungsinstrument!

      Und dazu muss er so hergerichtet sein, dass Gefährdungen für die Rettungskräfte weitgehend während des Betriebes in Extremsituationen minimal ausfallen.

      Fängt schon an, dass ein Maschinenraum "oben" ist. Wer soll im Störungsfall im Maschinenraum assisitieren, wenn keiner hoch kommt? Immer daran denken, dass Personen eingeschlossen sind!
      Von der Norm wird erwartet, dass sie alle Szenarien (also schnell Fahrt nach Dubai!) berücksichtigt, um u.a. das Leben der Rettungskräfte nicht zugefährden.

      Was gibt´s heute?

      Im Störungsfall Selbstbefreiung der Rettungskräfte (die riskieren ihr Leben!) an einer völlig unbekannten Anlage aus der Kabine mittels Feuerwehrausstieg auf das Kabinendach. Auch Feuerwehrleute können in Extremsituationen in Panik geraten! Dann im Dunkeln nach unbekannten Türverriegelungen suchen oder die Flucht (wohin?) über die durchgehende (!) Schachtleiter mit Vollschutzausrüstung!
      Wie die Leute möglicherweise an Türverriegelungen (zentralschließend) mit LB >3,0 m rankommen sollen, ist mit ein Rätsel.

      Da waren Top-Theoretiker am Werk!

      Deshalb muss eine Steuerung im Ernstfall auch sicher funktionieren! Je weniger Schnickschnack an gefährdeten Teilen, um so sicherer! Da darf / muss auch mal z.B. A3 ausgebelndet werden.

      Und das sollte eine Überlegung immer Wert sein, wenn Anlagen in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen u.s.w. in Betrieb sind. Vor allen Dingen die Anlagen , die nicht als Feuerwehraufzug konzipiert wurden. Hochhäuser sind besonders empfindlich.
      Man kann durchaus Betreiber dazu ansprechen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Duesentrieb ()