Frage zu Haeufigkeit von Stoerungen

  • Hallo,


    ich bin neu im Forum und hoffe, dass mir hier jemand vielleicht fachkundig folgende Fragen beantworten kann:


    Ich arbeite in einem Bürogebäude Baujahr 2010 mit mehreren Aufzugsanlagen, insbesondere zwei Hauptanlagen zu je zwei Aufzügen für Mitarbeiter und Publikumsverkehr, zwischen 7 und 16 Uhr praktisch ständig in Bewegung sowie vier Einzelaufzüge, die zwar allgemein zugänglich sind, aber wegen der versteckten Lage und dem fehlenden Zugang im Erdgeschoss faktisch nur durch Mitarbeiter benutzt werden.


    Seit Inbetriebnahme des Bürogebäudes vor 2,5 Jahren sind mehrfach wöchentlich Mitarbeiter der Aufzugsfirma im Haus. Es ist völlig normal, dass mindestens 1x wöchentlich von einer der beiden Hauptaufzugsanlagen nur ein Aufzug funktioniert mit entsprechenden Wartezeiten und Beschwerden. Mich würde hierzu mal interessieren, ob das allgemein üblich ist, dass neue stark frequentierte Aufzugsanlagen derart häufig gestört sind, insbesondere Aufzugstechniker Dauergäste im Haus sind.


    Von einer der beiden Hauptaufzugsanlagen war jetzt ein Aufzug wegen fehlenden Ersatzteils - wie es hieß - für eine Woche außer Betrieb. Am heutigen Vormittag wurde der Aufzug nach Testfahrten wieder in Betrieb genommen. Ich bin eingestiegen und wollte in die dritte Etage fahren. Soweit so gut, der Aufzug setzt sich in Bewegung, bei Erreichen der dritten Etage tut es plötzlich einen Schlag und der Aufzug bleibt aus voller Fahrt ruckartig stehen, ich bekomme einen heftigen Schreck. Die Tür öffnet nicht. Nach einigen Sekunden setzt sich der Aufzug wieder normal in Bewegung, fährt in die oberste Etage, kommt dort normal sanft zum Stillstand und die Tür öffnet. Der Aufzug ist offenbar in die fünfte Etage gefahren, weil dort eine Außenanforderung vorlag. Ich habe dem Kollegen empfohlen, den Aufzug nicht zu benutzen und bin selbst über die Treppe in die dritte Etage zurück und habe mit der Haustechnik telefoniert, die den nach einer Woche Auszeit frisch in Betrieb genommenen Aufzug wieder außer Betrieb gesetzt hat.


    Hierzu würde mich interessieren: Ist denn das bei einem modernen computergesteuerten Aufzug normal, dass dieser nach so einem Vorfall wie in der dritten Etage (Was war das? Eine Notbremsung?) einfach weiter fährt und so tut, als sei nichts gewesen. Führt so etwas nicht zum Öffnen der Türen und zum automatischen Abschalten der Anlage? Ist denn zumindest zu erwarten, dass dieser Vorfall im Steuerungscomputer protokolliert ist, so dass der Techniker das Geschehen nachvollziehen kann?



    Vielen Dank und viele Grüße,


    tino255

  • Grüss dich Tino


    In diesem Aufzug-Forum bin ich auch relativ neu.


    Das ist aber nicht verwunderlich da das Forum selbst nicht sehr alt ist, oder zu unbekannt.


    Wir : (ich hoffe im Namen des Erstellers zu reden) möchten gern Probleme rund um den "Fahrschtuhl" (oder wie das Ding sonst so genannt wird)


    lösen.


    Das von Dir beschriebene Problem ist wahrscheinlich eine Wartungsübername.


    Firma O*** baut einen Lift und nach ablauf der Gewährleistung sagen die Bosse Firma XY ist billiger.


    Aber XY hat keine Ahnung wieso der Lift das macht wass er macht ???????????????????


    ÄÄÄÄ---- Ersatzteil fehlt oder "müssen prüfen" oder -soll Ich mal diesen Knopf drücken-???


    "Mitbewerber" haben es in dieser Branche nicht leicht weil Schaltpläne fast immer nur als Prinzippläne geliefert werden.


    Das zu verstehen ist nahezu unmöglich.


    Also bedauere doch deine Aufzugwärter um ihren Sch**ss Job.


    Übrigens: Möchtest Du fachlich bessere Antworten ---- machs wie beim AUTO gib den Hersteller an und die Wartungs F.A.


    Ich hoffe das Forum wächst und beide melden sich dann.:)


    Gruss Neumacher

  • W+W??? Das ist doch eine Fa. die einzellne Komponenten vertreibt oder? Da wurde dann wieder alles zusammengeworfen und dann kommt sowas raus...schade wo es doch tolle Produkte auf dem Markt gibt.


    Neumacher


    Das mit den Fa. in der Wartung ist nun mal so, ist relativ selten das man keine Fremdfirmen mit dabei hat und dann schauen muß was für Ersatzteile benötigt werden. Laut EU- Recht sind die Hersteller verpflichtet zu liefern aber ich denke mal da gibt es auch Grauzonen und es wird gemauert....

    ..wenn ich mal sterbe dann friedlich im Schlaf wie mein Opa und nicht so kreischend wie sein Beifahrer....

  • Hallo,

    Zitat

    Seit Inbetriebnahme des Bürogebäudes vor 2,5 Jahren sind mehrfach wöchentlich Mitarbeiter der Aufzugsfirma im Haus...


    Bei Aufzuganlagen die sporadisch einen Fehler auswerfen und dieser nicht konstant vorhanden ist kann es schon mal vorkommen das die Techniker eine gewisse Zeit brauchen diesen zu lokalisieren, auch die, ich nenne es mal: Auslesegeräte definieren nicht alle Fehler nach der wahren Ursache.
    Allerdings hängt es dann auch von der Konzeption der Aufzuganlage ab ob diese für eine Dauerbeanspruchung ausgelegt ist, in diesem Falle: sehr stark frequentiert. Die Lage und Größe des Maschinenraums (sofern vorhanden) ist auch nicht unerheblich, hier kann es bei höheren Temperaturen schon mal zu Hitzeproblemen führen insbesondere wenn die Anlage permanent angefordert wird.


    Bei Steuerungen die ihr Debüt feiern, sprich neuentwickelte, kommt das auch schon mal vor, da diese einen Praxistest unter wahren Bedingungen noch nicht bestanden haben.
    Die Wahl der eingesetzten Komponenten ist auch nicht unerheblich, hier gilt ja eigentlich der Satz: „Billig kauft man zweimal“ wobei teuer dann auch nicht immer gut sein muss.


    Es gibt hier Komponenten wie: Türriegel, Brücken etc. wo man sagen kann unverwüstlich diese Teile.


    Bei Schilderung deines Fehlers in die dritte Etage wäre interessant ob der Aufzug, laienhaft gesprochen seine Position verloren hat, was auf einen Kopierwerksfehler schließen ließe und dann anschließend eine Korrekturfahrt nach oben durchgeführt hat. Dieses ist jetzt als Beispiel zu nehmen, da es hier einige Fehler gibt die das verursachen.
    Du siehst, Information ist immer alles..wobei die EMV auch nicht zu vergessen ist, das legt einem auch schon mal Eier ins Nest, es gibt Leitungen die sollte man seperat verlegen und Kreuzungen vermeiden.


    Gruß
    André

  • W+W??? Das ist doch eine Fa. die einzellne Komponenten vertreibt oder? Da wurde dann wieder alles zusammengeworfen und dann kommt sowas raus...schade wo es doch tolle Produkte auf dem Markt gibt.


    W+W steht für Windscheid & Wendel aus Düsseldorf.


    Bundesweit wahrscheinlich eher unbekannt, in Düsseldorf und Umgebung dagegen ein nicht unübliches Fabrikat. Meines Wissens stellen die komplette Aufzüge her, oder?


    tino255

  • Die Frage ist halt, was bei der Ausschreibung oder Angebotsabgabe verlangt wurde. Ich bin selbständig und sehe mich häufig in der Zwangssituation, billigen Schrott einzubauen, nur damit ich nen Auftrag krieg. Wenn nur der billigste Preis zählt, dann kommt halt qualitativ minderwertiges Zeugs rein. Schlecht ausgelegt. In der Hoffnung, dass die Gewährleistungszeit überlebt wird.


    Der Markt heute verlangt das leider. Ich hab immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Kunden sowas verkaufe. Doch, wenn ichs nicht tu, dann kommt ein anderer, und die Anlage samt Wartung und Reparaturen ist für die nächsten 20-30 Jahre bei nem anderen. Meist bei jemandem, der keine offenen Komponenten hat. Da kann man Wartungstechnisch überhaupt nichts mehr machen. Nur noch der Hersteller.


    Der Fehler, den Du beschrieben hast, kann mehrere Ursachen haben. Entweder, hat der Aufzug den Ort verloren und machte eine Korrekturfahrt. Oder aber, der Sicherheitskreis wurde aufgerissen. Z.B. durch hängenbleiben an einem Hakenriegel. Hier würden die meisten Steuerungen jedoch nur eine Fahrt in die nächste Etage machen. Was auch noch möglich wäre, ist dass die Anlage nicht schnell genug verzögert, und eine Abschaltung wegen Übergeschwindigkeit erfolgt ist.
    Für sichere Aussagen müsste mann den Steuerungstyp wissen, sowie die Art der Schachtkopierung. Dann noch den Fehlerspeicher.


    MfG
    Jürgen

  • Zitat

    Der Markt heute verlangt das leider. Ich hab immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Kunden sowas verkaufe. Doch, wenn ichs nicht tu, dann kommt ein anderer, und die Anlage samt Wartung und Reparaturen ist für die nächsten 20-30 Jahre bei nem anderen. Meist bei jemandem, der keine offenen Komponenten hat. Da kann man Wartungstechnisch überhaupt nichts mehr machen. Nur noch der Hersteller.



    ...nicht ganz...teilweise werden Wartungsverträge nach Ablauf der Gewährleistung neu ausgeschrieben und da geht es mehreren großen Firmen so, das viele Anlagen weg sind....und man ärgert sich mit Fremdanlagen rum... :sleeping::sleeping:

    ..wenn ich mal sterbe dann friedlich im Schlaf wie mein Opa und nicht so kreischend wie sein Beifahrer....

  • Man geht ja eigentlich davon aus, dass hierzulande eine brauchbare technische Überwachung stattfindet und solch häufige Ausfälle nicht stattfinden und schon gar nicht bei wenige Jahre alte Anlagen:


    Wie geschrieben, am Freitag die Sache mit dem ruckartigen Anhalten, der Aufzug wurde ausgeschaltet.


    Montag morgen: Der Aufzug wurde wieder eingeschaltet.


    Mittwoch: Person wird im Aufzug eingeschlossen / Aufzug wird wieder ausgeschaltet


    Donnerstag morgen: Aufzug wird wieder eingeschaltet


    einige Tage später: Person wird in Aufzug eingeschlossen / Feuerwehr im Haus


    Aufzug seit da an ausgeschaltet



    Da sowohl nach dem ruckartigen Halt in der 3. Etage als auch nach dem ersten Eingeschlossensein von Personen der Aufzug schon gegen 9 Uhr des nächsten Tages lief, scheint es mir so zu sein als wenn die Wartungsfirma jeweils nur den Aufzug am nächsten Tag wieder eingeschaltet hat, nachdem unsere Haustechnik ihn zuvor ausgeschaltet hatte, jedenfalls größere Reparaturen werden in so kurzer Zeit nicht möglich sein.



    Dieser Aufzug macht seit Inbetriebnahme andauernd Probleme. Bereits wenige Tage nach Inbetriebnahme der Anlage vor über 2 Jahren kam es zu einem gravierenden Problem, bei dem dem genau dieser Aufzug in der Fangvorrichtung festhing.



    tino255

  • Wahrscheinlich eine sehr "saubere" Montage, wenn die Kiste in den Fang geht...besteht da kein Gewährleistungsanspruch mehr, wenn du sagst vor 2 Jahren? Die Firma ranziehen und Mängel abstellen lassen, wenn nötig vielleicht einen Sachverständigen von TÜV, DEKRA o.ä. kommen lassen.

    ..wenn ich mal sterbe dann friedlich im Schlaf wie mein Opa und nicht so kreischend wie sein Beifahrer....

  • Hallo Zusammen,


    da ich neu hier bin haben ich den Beitrag erst jetzt gelesen und finde Ihn sehr aufschlussreich.


    Leider fehlt noch das "Happy End".


    tino255
    Bitte teile uns doch mal mit was mit dem Aufzug ist und wie das Problem gelöst wurde.
    Es ist ja auch für uns interessant zu wissen wo der Fehler lag.


    Ich gebe Andrè recht das es ein Kopierwerkfehler mit anschliessender Korrekturfahrt seien könnte. Das setzt aber voraus das kein Absolutwertgebersystem für die Kopierung eingebaut wurde. Bei einer Digitalen Schachtkopierung könnte eine "Zählerabweichung" zwischen gelerntem Sollwert und dem Istwert bestehen sodas eine sofortiger Notstop eingeleitet wurde. Die anschliessende Korrekturfahrt kann dann je nach Einstellung in der Elektronik nach oben (wie hier) oder nach unten ausgeführt werden.
    Sollte eine Sicherheitskreisunterbrechung(SHK) erfolgt sein, so würde das Steuerungssystem dies erfassen und im Ereignisspeicher bis zum überschreiben oder Löschung speichern. Es tretten dann je nach der Aufzugsart noch Folgeeinträge im Speicher auf. z.B. Soll - Istwertdifferenz.
    Der SHK hat verschiedene "Messpunkte" wodurch die Elektronik bestimmen kann wo die Unterbrechung stattgefunden hat. z.B. Passiver SHK Diese Unterbrechung muss aber je nach Elektronik >100ms sein, ansonsten meldet Sie nur z.B."SHK Unterbrechung in Fahrt"


    Es ist natürlich für die Monteure schlecht wenn Sie an eine abgeschaltet Anlage kommern und diese wieder einschalten müssen, da Sie bei den ganzen Komponenten dadurch ein Reset durchgeführt haben und der Aufzug dann wieder normal läuft.
    Es wird dann vielleicht über ein Zufallsrufeprogramm im Steuerungssystem dem Aufzug Rufe selbst gegeben so das er fährt und der Monteur kann den Ablauf kontrollieren.
    Tritt kein Fehler auf was soll Er dann machen? Soll er dann auf Verdacht Komponenten tauschen? Wer übernimmt dann die Kosten? Der Betreiber wird sich bedanken wenn er dann hört das eine Systemkomponente getauscht wurde und der Fehler vielleicht weg ist.


    Besser für die Monteure währe eine Abschaltung durch z.B. Rückholstrg, so bleibt dann die Situation hoffentlich erhalten.


    Jetzt noch kurz zur Firma W&W was.
    Die Firma Windscheid & Wendel besteht seit mehr als 150 Jahre und baut seit über 125 Jahre Aufzüge.
    Sie hat Ihren Sitz in Düsseldorf an der Erkrather Str. In den 90er Jahre wurde der Komponentenvertrieb eingeführt.
    Sie ist ein mittelständiges Unternehmen mit über 100 Mitarbeiter, also keine kleine Firma. Bei mehr Interesse hier die Websiteadresse http://www.windscheid.de.


    MfG
    Strg-Spezi