• In der EN 81 wird gefordert, dass bei einem Abstand größer 11 m zwischen zwei Schachttüren eine Nottür vorhanden sein muss.
    Was ist der Sinn dieser Vorgabe. Und warum 11 m.
    Muss über die Nottür ein Zugang zum Fahrkorbinneren (Personenbefreiung) möglich sein oder ist das für den Wartungsmonteur gedacht um auf das Fahrkorbdach zu kommen.


    Wir stehen gerade vor eine "wesentlichen Veränderung" einer Aufzugsanlage und müssen wohl alle Vorgaben der Richtlinie einhalten. Was könnte hierfür eine Ersatzmaßnahme sein ?
    Jetzt sind es doch ein paar Fragen mehr geworden.


    Danke für Eure doch hoffentlich zahlreichen Antworten.

  • Hallo
    Die Nottür soll zwischen den Schachttüren angeordnet sein. Sie dient zur Personenbefreiung für Eingeschlossene im Fahrkorb.(also muß sie da sein wo sich eine Kabinentür befindet) und für die Rettung des Wartungspersonals vom Fahrkorbdach.
    Die 11m sind eine Abwägung zwischen Gefährdung und den Kosten diese Gefährdung zu verringern.
    In der TRA waren es mal 15 m.


    Wenn du einen 2.Aufzug im Schacht hast, kannst du dies auch mit Notübersteigen zwischen den beiden Fahrkörben realisieren.


    MfG

    Meine Beiträge basieren auf Berufs-und Lebenserfahrung , gefährlichen Halbwissen und Klugscheißerrei ?(

  • Hallo,
    danke für Deine Antwort, es macht für mich aber nicht so richtig Sinn.
    Wenn ich einen Abstand von 40 m zwischen zwei Schachttüren habe, kann ich nach der Norm unmittelbar über die unterste Schachttür ein Nottür einbauen. Diese muss nach Norm nicht in der Mitte des Schachtes sein und unabhängig vom Abstand zwischen den Schachttüren auch nur einmal vorhanden sein. Damit wäre dann auch die Norm erfüllt, es würde aber keinen richtigen Sinn machen.

  • Falsch !!!!


    Bitte richtig lesen


    Der maximale Abstand zwischen den Schachttürschwellen und den Türschwellen der Nottüren darf nur 11m sein.
    Also alle 11m mindestens eine Türschwelle egal ob Schachttür oder Nottür


    Mfg

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    Einmal editiert, zuletzt von Aufzugsbauer ()

  • Zitat

    Was könnte hierfür eine Ersatzmaßnahme sein ?

    Eine USV um bei Stromausfall automatisch zu evakuieren.


    Wir haben Anlagen wo als Ersatzmaßnahme eine USV bzw. der Diesel des Gebäudes akzeptiert wurde.

    Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.

  • Oh oh


    Das nenne ich schöngeschrieben.( eine schöne Gefahrenanalyse macht alles wieder Gut)
    Nun kenne ich die genauen Bedingungen rund um den Aufzug im konkreten Fall nicht aber aus dem Bauch heraus schon Fraglich.


    Hier der oben genannte Fall 40m Etagenabstand. 10m von unten im Fang.
    nun soll man sich 30m abseilen und die Hebezeuge durch den Schacht ablassen.


    oder Monteur macht eine Schachtfahrt und unten geht nichts mehr. Was nun? da hilft auch keine USV

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  • Wir haben mal eine Evakuierungsmöglichkeit von Kabine zu Kabine geschaffen. Ist ja auch im Turm der Stadtwerke Duisburg so. Zum Aufzug fährt parallel eine Evakuierungskabine. Okay, damit will keiner durch den Schacht fahren ist immer etwas gruselig für Laien! ;-)


    Wie gesagt, wir haben in Düsseldorf schonmal sowas gebaut von Kabine zu Kabine.... War aber auch sehr abenteuerlich!


    (Wir, das waren noch Konzernzeiten...) ;-)

  • Dann bedanke ich mich mal für die zahlreichen Antworten.
    @Aufzugsbauer, ich habe das wirklich falsch gelesen, das Argument mit dem angesprochenen Fang und der Zugänglichkeit auf das Kabinendach ist für mich schlüssig.


    Unklar ist mir jedoch die Personenbefreiung aus der Kabine, würde ja bedeuten dass die Kabine die nicht mehr bewegt werden kann unmittelbar vor der Nottür stehen müsste.


    Wäre als Ersatzmaßnahme eine fest installiert Leiter im Schacht mit bereitgestellter Absturzsicherung denkbar. Ich weiß wirklich nicht wie eine bzw. mehrere Nottüren eingebaut werden sollten. Es handelt sich um einen frei stehenden Schacht in einem Bestandsgebäude. Kein Treppenhaus oder ähnliches vorhanden.

  • Hallo @waterfront,


    ich könnte mir vorstellen das ein automatisches Evakuierungssystem hier helfen könnte. Wenn natürlich die Kabine im Fang hängt das Gegengewicht sich in seine Einzelteile auflöst dann hilft nur eine Leiter oder eine Evakuierungsgondel bzw ein zweiter Aufzug. Denk mal an die einfachen Aufzüge in Windrädern... wenn der Schacht das noch hergibt.
    Um die Nottüren kommst du aber nur mit einer Risiko- Gefahrenanalyse rum. Dazu brauchst du eine ZÜS und jemanden mit Sachverstand der Dir das teil Schreibt. Insgesamt sollte das Konzept aber schlüssig sein sonst ist es Papierverschwendung.


    LG

    :D Ein Aufzug fährt ab und auf und manchmal kommt er sogar da an wo man es möchte 8o

  • Hallo Frauen (wenn denn welche da sind) und Männer,
    komme aus Süddeutschland bin aber bundesweit tätig imBereich der technischen Verwaltung und Instandhaltung von Industrieobjekten.Das ganze Vorschriftenwesen und die Normen werden immer komplexer.
    Vielleicht finde ich hier die ein oder andere Antwort derPraktiker auf meine Fragen.
    Lefrog1911 und wieland.t gefällt das.


    Hallo waterfront,


    Möchte dir weiterhin gerne Auskunft geben, kläre das bitte nur kurz auf.



    Als du dich im Forum neu vorgestellt hast , hast du das geschrieben. Siehe oben.


    Für mich klang das Aufzugsfremd? Industrieobjekte in der Verwaltung schreibts du!
    Jetzt diese speziellen Aufzugsfragen .
    Kannst du Licht ins dunkle bringen?

  • Hallo,
    mach ich gerne .
    Wie kümmern uns um die Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung seit 2002 in den Liegenschaften unseres Konzerns. Durch die umfangreichen Zertifizierungen (Arbeitssicherheit, QM, Umwelt) ist es natürlich wichtig sich auch in Details einzuarbeiten.
    Ich betreue unsere überwachungsbedürftigen Anlagen schon seit über 20 Jahren, gehe auf Messen, Betreibertage, Heilbronner Aufzugstage und bin regelmäßig bei Abnahmen mit den ZÜSen dabei. Bei Schnittstellenfragen Aufzug-Gebäude mische ich mich gerne im Vorfeld ein.
    Wir sind also nicht die klassische Hauverwaltung.

  • Es hängt etwas vom Sachverstand des jeweiligen Sachverständigen ab, ob er sich mit einer ausreichend großen USV und entsprechender Überwachung zufrieden gibt.


    Es ist richtig, dass ein Fahrkorb zwischen den Etagen in den Fang gehen kann. Aber, wenn der Etagenabstand nur 10 Meter beträgt, gibt es in der Regel auch keine Nottür, obwohl die Lage des Fahrkorbes ebenfalls ungünstig ist.


    D.H., dass ein Sachverständiger sich jetzt nicht übertrieben an die 11 Meter halten muss. Eine ausreichend große USV und eine Rückholsteuerung können in dem Fall genauso ausreichend sein.
    Es muss aber alles hinreichend dokumentiert (z.B. Gefahrenanalyse) und prüfbar sein.