Dlv-A3, unbeabsichtigte Bewegung

  • Das Zusatzventil DLV-A3 ist ein betätigtes Rückschlagventil, welches in die Druckleitung zwischen dem
    mechanischen oder elektronischen Steuerventil des Aufzugs und dem Heber montiert wird, um die A3-Funktion
    (nach EN81-2:2010) zu erfüllen.
    Es empfiehlt sich ob der elektrischen Ansteuerung, das DLV-A3 möglichst nah am Antriebsaggregat - am besten
    direkt nach dem Steuerblock – zu installieren. Es kann aber auch am Heber oder an der Verteilerleitung
    angebracht werden.
    Maßnahmen für die Aufwärtsfahrt
    Da das Ventil selbsttätig öffnet, sind keine Maßnahmen notwendig.
    Maßnahmen für die Abwärtsfahrt
    Für die Abwärtsfahrt muß das Ventil bestromt werden, um den Rückfluß zu öffnen. Fällt die Betromung ab, hält
    das Ventil den Aufzug der Norm entsprechend verzögert an, indem es umgehend schließt.
    Es gibt zwei Möglichkeiten, das Ventil zu bestromen:
    1. mit dem Fahrkommando
    Das Ventil DLV-A3 arbeitet dabei unabhängig vom Abwärtsventil (VMD). Es wird angesteuert, wenn ein
    Abwärtsfahrkommando anliegt und die Bestromung fällt ab, wenn das Abwärtsfahrkommando abfällt und die
    Türen geschlossen sind oder das Besetztsignal abfällt.
    2. gleichzeitig (empfohlen)
    Das Zusatzventil DLV-A3 wird gleichzeitig mit dem Abwärtsventil des Hauptsteuerblocks bestromt. In diesem
    Fall arbeiten beide Ventile synchron. Ein zertifiziertes Selbstüberwachungssystem ist erforderlich. Diese
    Selbstüberwachung muß wenigstens einmal am Tag von der Hauptsteuerung des Aufzugs durchgeführt
    werden, wobei die Kabine mit geschlossenen Türen unbesetzt in der untersten Haltestelle steht. Abwechselnd
    wird das Abwärtsventil des Hauptsteuerblocks und das DLV-A3 bestromt und über jeweils 2 Sekunden
    kontrolliert, ob die Kabine ihre Position über die Zone hinaus verändert. Das automatische
    Nachreguliersystem muß während des Tests außer Funktion sein.
    Stellt das Selbstüberwachungssystem fest, daß die Kabine von einem Ventil nicht gehalten werden kann, muß
    die Steuerung den Aufzug außer Betrieb setzen.
    Unbeabsichtige Bewegung des Fahrkorbs
    Der Aufzug muß über ein System zum Erkennen einer unbeabsichtigten Fahrbewegung der stehenden Kabine
    auf- und abwärts von der Etage weg verfügen, welches nach EN81-2 2010 (A3) zu zertifizieren ist.
    Bei einer unbeabsichtigten Bewegung abwärts muß das System die Bestromung des DLV-A3 abfallen lassen. Das
    Ventil schließt und hält die Kabine verzögert an.
    Bei einer unbeabsichtigten Aufwärtsbewegung muß das System lediglich den Pumpenmotor ausschalten. Das
    DLV-A3 schließt umgehend und stellt den Absinkschutz her.
    In beiden Fällen muß der Aufzug außer Betrieb bleiben und darf nur von autorisiertem Personal wieder in Betrieb
    genommen werden.
    Beim hydraulischen Aufzug mit Fahrgeschwindigkeiten bis 1 m/s kann die Türzonenschaltung für die Kontrolle der
    unbeabsichtigten Fahrbewegung genutzt werden, wenn die Zonenlänge 200mm in jede Richtung nicht
    überschreitet. Die maximale Reaktionszeit des Sicherheitskreises ist im Zertifikat des DLV-A3 zu finden.
    Sonderaufzüge mit Gegengewicht etc, die die Kabine nach oben ziehen können, sind auf die passende Lösung für
    die A3 gesondert zu untersuchen.
    Bei Montage in Kombination mit Steuerblöcken 3010, 3100, GEV, NGV oder ähnliche müssen folgende Sensoren
    direkt an das DLV-A3 montiert werden:
    - Überlastschalter
    - analoges Manometer und EN-Prüfmanometeranschluss (nicht zwingend, aber empfohlen)
    - Maximal- und Minimaldruckschalter
    - Drucksensor (NGV)
    Überlastschalter und Drucksensor müssen nicht ans DLV versetzt werden, wenn das Ventil nach Möglichkeit 1
    (mit dem Fahrtkommando) bestromt wird.
    Es ist möglich, am DLV-A3 einen Kontakt (NO) anzubringen, der das Schließen des DLV überwacht und eine
    Rückmeldung an die Steuerung gibt, wenn dies gewünscht ist.