Personenbefreiung bei Penthouse

  • Hallo Aufzugsexperten,


    es geht um eine Penthouse-Wohnung, dh der Aufzug endet direkt vor der Wohnungstür (Schlüsselschaltung). Es gibt noch eine zweite Wohnungstür, die über das Treppenhaus zu erreichen ist. Der Aufzug ist maschinenraumlos.
    In den unteren Geschossen gibt es normale Treppenhausflure, dh die Aufzugstüren sind frei erreichbar.
    Bei modernen Aufzugsanlagen (auch den maschinenraumlosen) sollte generell eine Rückholsteuerung vorgesehen sein, welche das Herunterlassen der Kabine auf ein Stockwerk mit freiem Aufzugszugang ermöglichte?
    Manuelles Herunterlassen ist natürlich schwieriger, als einfach eine Aufzugstür aufzuschieben.
    Aussage vom Betreiber hierzu: ja, der Aufzug hat eine Rückholsteuerung, aber die Bremse muss elektronisch geöffnet werden, um die Rückholsteuerung zu benutzen -> Rückholsteuerung funktioniert nicht bei Stromausfall (und in anderen nicht näher spezifizierten Situationen).
    Gibt es zu dieser Situation Normenvorschriften, die die Personenbefreiung regeln? Irgendwelche Erfahrungen?


    Über eine Antwort freute ich mich sehr... ?(


    PS: Ich habe bereits kräftig im Forum gesucht, was mir bei der Formulierung der Frage half. Die Antwort habe ich jedoch nicht gefunden.


    Aufzugsneuling

  • Hallo.


    Gratulation zur Penthousewohnung!


    Wenn im Gebäude ein allgemein öffentlicher (für andere unabhängige Nutzer im Haus) Aufzug vorhanden ist, dann müssen alle Betriebseinrichtungen, also Schachtgrube , Schacht, Maschinenraum u.s.w. komplett und jederzeit leicht erreichbar sein.
    Das hat u.a. etwas mit Personenbefreiung oder Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit anormalen Betriebszuständen des Hauses / der Aufzugsanlage stehen, zu tun. Wenn „maschineraumlos“, d.h. Antrieb, Steuerung, Notbefreiungseinrichtung sind i.d.R. diese im Schachtkopf / Türzarge oberster Halt untergebracht. Und da muss man ran...


    Wenn sich dieser Bereich in Eurer Wohnung befindet, dann habt Ihr allen Grund Euch bei Eurem Architekten zu beklagen. Der hat mit „maschienraumlos“ , statt externen Maschinenraum eine Menge Geld eingespart.


    „Maschinenraumlos“ wurde nicht von den Aufzugsfirmen gezeugt. „Maschinenraumlos“ ist mehr oder weniger eine Erfindung von Architekten & Co. zur eigenen Margenoptimierung...


    Fakt ist: zur Absicherung des Betriebes als auch zu Personenbefreiungs- und Wartungszwecken muss der Servicebetrieb an alle (!) Einrichtungen ohne Probleme herankommen. Ist das nicht möglich, ist die Anlage stillzulegen bzw. darf gar nicht in Verkehr gebracht werden.


    Nun müsst Ihr Euch entscheiden: Entweder Verzicht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung nach Grundgesetz oder Stilllegung der Anlage. Beides ist doof bei so viel Kapitaleinsatz!


    Nebenbei: So etwas muss doch bei Kauf der Wohnung auffallen.....Ich kenne einige dieser "Townhouses", die so gebaut wurden. Unverständlich, Maschinenraum in der Wohnung (!) neben dem Schlafzimmer, alles mit weißen Teppichen ausgelegt...und das für 800T€!


    Für mich wäre das ein schwerer Mangel (arglistige Täuschung) und würde den Kauf ganz, ganz schnell rückabwickeln. Den Wohnungsschlüsel im Schacht hinterlegen? Wozu? Dann könnt Ihr Eure Wohungstür gleich offen stehen lassen. Keine Versicherung würde bei so einer Prozedur mitmachen. Begünstigung von Straftaten. Aber das wird Euch Euer Anwalt auch schon geraten haben.



  • Warum willst Du den thread löschen lassen? Es existieren hier keine persönlichen Daten von Dir. Ist doch interessant, Probleme aus der Sicht eines Betroffenen zu erfahren.


    Bleib doch mal dran und lass uns erfahren, wie Ihr das Problem löst.


    Hier ist ein offenes und garantiefreies Forum, d.h. jeder kann etwas einwerfen. Ob die Antworten / Reaktionen immer zielführend sind, ist eine andere Sache.


    Wenn es konkret wird - wie in Deinem Fall - dann geht es in den Bereich der Dienstleistung, d.h. für eine erwartete Leistung wird auch ein entsprechendes Salär verlangt, weil diese Tätigkeit unter „Broterwerb“ zu zählen ist.


    Du hast deshalb alle Möglichkeiten - auch hier - Dich bei entsprechenden Leuten z.B. aus Deiner Nähe per PN o.ä. sachkundig zu machen.


    Will damit sagen, dass bei Meinungsäußerungen etc., absichtlich gewisse Grenzen hier nicht überschreiten werden sollen / dürfen. Besonders dann, wenn es um ganz konkrete Dinge geht. Die Gefahr wäre viel zu groß, dass der gewollte Effekt genau in das Gegenteil umschlagen würde. Außer Frust hätte keiner was davon!

  • Zitat

    Wenn „maschineraumlos“, d.h. Antrieb, Steuerung, Notbefreiungseinrichtung sind i.d.R. diese im Schachtkopf / Türzarge oberster Halt untergebracht.


    Wie er sagte ist es die Regel, es gibt aber auch Hersteller die den (Maschinenraum/Schaltschrank) im Keller unterbringen.
    Jeder MRL Aufzug sollte/muss über eine Rückholfunktion verfügen, die Frage hier: Ist Sie im Schaltschrank? Oder handelt es sich um eine Steckbare? Die Steckbaren haben die Firmen im Service Fahrzeug. Dann bleibt nur, ich verallgemeinere das mal, Nottool, was im Schaltschrank ist, diese sieht bei jedem Hersteller anders aus. Bei Stromausfall lassen sich die Aufzüge auch bewegen, manche nur manuell, andere manuel und elektrisch, hierfür sind dann je nach Fall Akkus verbaut, die notwendige Schaltvorgänge leisten.


    Zu dem Fall: Penthouse, der Aufzug endet in der Wohnung und Schlüsselschalter, wenn es vernünftig ausgeführt ist hast du, ja wie sag ich es, eine Art Flur mit Haustür und erst dann geht es in die Wohnung. Alle anderen Möglichkeiten scheiden hier aus, da die Schachttüre nicht abschließbar sein darf, und wenn sie es ist, muss ein Panikschloß angebracht sein was das abschliebar von innen aufhebt.

  • Andre : wenn direkt hinter der Schachttüre eine Haustüre ist und der Platz zwischen Haustüre und Schachttüre kleiner 150 mm ist, dann ist das erlaubt!
    @a3 examiner: was verlangt der Betreiber den jetzt von dir?
    Es gibt einige MRL Anlagen, welche die Steuerung in der vorletzten Etage haben, da oben eine Wohnung mit direktem Zugang ist! Da ist dann wie André sagte die Rückholsteuerung im Servicefahrzeug! Der ZÜS hat das bei uns bis jetzt nicht bemängelt!

  • Ja, das Leseverständnis....
    Der Penthousebesitzer hat doch eindeutig geschrieben, dass seine Wohnung 2 Zugänge hat; einen ùber Extratreppenhaus, der Andere direkt durch den Lift. Die Schachttür ist gleich Wohnungstür. Also ganz eindeutig! Selbst für den Fall, dass im Schachtkopf ein Kettenzug angebracht werden muss. Das ist sein Problem und das des Service-Unternehmens... Und da ist es Wurst, wo sich der Schaltschrank & Co. befindet.

  • Tja Leseverständnis! Dann lies es mal richtig! Aufzug endet vor der Haustüre, also ist Hausttüre nicht gleich Schachttüre! Er fragt was im Falle einer Personenbefreiung ist, wenn die Anlage ganz oben steht und nicht über Halblast beladen ist! Quasi ob es dann Vorschriften gibt, zB ob er dafür Sorge zu tragen hat, ob er dann IMMER Zugang zu gewähren hat! Da in anderen Fällen die Personen ja immer an einer anderen Schachttüre befreit werden können, wenn die Steuerung eine Etage tiefer steht! Klar manche befreien auch mit Kettenzug! @ Düse: jetzt hast du doch bestimmt die Vorschriften zur Hand wie es sein muss, oder etwa nicht? Prüft unser Züs etwa nicht richtig???(da ist an solchen Anlagen kein Zugang gewährleistet, nur nach Absprache)

  • Auch wir haben (leider) Anlagen wo der Zugang zum MR durch eine nachträglich erstellte Wohnung geht. Wir haben damit kein Problem, die Wartung wird angemeldet. Eine Störung kann warten und wenn einer im Aufzug steckt kommt unser Express Schlüsseldienst welcher bundesweit tätig ist und unter der Kurzwahl 112 zu erreichen ist.

    Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.

  • Gehupft wie gesprungen!
    Zu Service- oder Hilfezwecken muss sichergestellt werden, dass alle (!) Teile freizugänglich sind. So einfach ist das!
    Zeugt von wenig Intelligenz, wenn der Architekt einer Wohnung / Aufzug das nicht berücksichtigt.


    Jetzt erwartet der Servivebetrieb (zu Recht!) eine verbindliche Reglung, wie er an die Anlage in der Wohnung herankommt. Dass die Interessen des Wohnungsinhabers dem gegenüber stehen, ist doch sonneknlar, d.h. er müsste den Zugang zum Aufzug durch seine Wohnung jederzeit ermöglichen. Will er nicht dass Fremde sich in seiner Wohnung aufhalten, müsste er jedes Mal anwesend sein. Da würde mein rechter Zeigefinmger auch in Richtung Stirn gehen.


    Ist die riesengroße Frage, wie das Teil überhaupt in Verkehr gebracht werden konnte....Aber auch die Erricherfirma sitzt mit im Boot.....


    Und jetzt kommen wir zu dem Guten der neuen BetriebSichVO. Die fordert nämlich u.a. für solche Sizuatiuonen ein klug durchdachtes Konzept ("Betriebsregime")!

  • Und hier sind wir wieder beim "Hausflur", selbst wenn der Aufzug in das Penthouse einfährt und die oberste Haltestelle für das P. reserviert ist.
    Wird man hier nicht über den Zugang herumkommen, oder aber der Wohnungsschlüssel wird mit im Tresor deponiert.

  • Mir wurde folgendes mitgeteilt: Wird der Schlüssel aus dem Schlüsseltresor entwendet, welcher außen angebracht ist, ist das Sachbeschädigung und kein Einbruch, wenn man dann mit dem Schlüssel in die Wohnung geht! Ist der Schlüssel im Haus in einem Tresor untergebracht, ist das dann Einbruch! Ob das jetzt wirklich stimmt weiß ich auch nicht!Bin mal gespannt, sowie Düse schon sagt, wird es jetzt ja bald alles offen gelegt und geregelt!Das finde ich auch positiv an der BetriebSichVO!

  • Geregelt? Von NA? Was ich zum Ausdruck bringen wollte:
    Ein Aufzug dirket in die Wohnung, das ist kann ein feine Sache sein. Sie muss nur richtig geplant sein, keinesfalls sollte man bei verlassen des Aufzuges direkt in der Wohnung stehen, das ist möglich bei erhöhter Sicherheit...
    Es sollte einen seperaten Flur geben, der mit einem seperaten Schlüßel zu begehen ist, dieses sollte nicht der Schlüßel der Hauseingangstüre sein und auch nicht der der Wohnung. Also eine räumliche Trennung. Das ist nicht schön, dient aber der Sicherheit.
    1. Personenbfreiung
    2. Sicherheit der Wohnung
    3. Sicherheit der Eigentümer
    Man stelle sich vor ein Aufzug verfügt über eine Inspektionfahrt, soll es ja geben.
    Auf das Dach und mittels INS in die Wohnung, prima. Super durchdacht, alles fein und NA wird das schon regeln?

  • Hoi, ich meld mich auch mal zur Wort.


    Werde demnächst auch wieder das 'Vergnügen' haben eine Wartung in einem Objekt zu machen, welches mehrere Wohnungzugänge hat.


    Bin zwar angemeldet, aber ob das die Mieter auch wissen..

    Seid ich Aufzüge betreue weiß ich Treppen sehr zu schätzen...

  • Jetzt muß ich auch noch meinen Senf dazu geben,
    wenn schon der Luxus der Aufzugstüre direkt in der Wohnung gewünscht ist dann wie Andre sagt aber richtig. Vor der Aufzugstüre sollte eine Separate Wohnungseingangstüre installiert sein, natürlich mit einer eigenständigen Schließung. Der Schlüssel für die Zugänglichkeit der Wohnung im Notfall (Personenbefreiung) wird im Schacht in einem separaten Schlüsseltresor hinterlegt. Jetzt braucht man noch eine Einverständniserklärung vom Wohnungseigentümer oder man ruft zu jeder Personenbefreiung die Polizei als Geleitschutz. Eine Lösung des Problems währe auch ein priv Wachdienst der das Vertrauen des Besitzers hat, der kann dann den Schlüssel vorbeibringen. Da ist es übrigens egal ob man das Penthouse oder eine Wohnung mittendrin hat sobald im Notfall eine eingeschlossene Person nur über den Etagenzugang befreit werden kann ist das halt so. Über den Sinn oder Unsinn solcher Planungen kann man ja ausführlich streiten. Ich würde mir nie im Leben eine Wohnung mit direktem Zugang über einen Aufzug anschaffen, aber gut wer das eine Will muß mit dem anderen einverstanden sein. Wenn eine Wartung ansteht sollten die Bewohner vorab informiert werden um nicht doch eine Böse Überraschung bei der Kontrolle der Penthouse Zugänge zu erleben.

    :D Ein Aufzug fährt ab und auf und manchmal kommt er sogar da an wo man es möchte 8o