wie lange

  • Hallo,


    ich habe gestern 2 stunden in einem Aufzug festgehangen. Der Notruf hat auch funktioniert, ich hatte da eine Dame am Telefon, die sagte. Ich solle mich beruhigen und die Befreiung wird eingeleitet, ein Monteur sei unterwegs.
    Das ganze hat 2 stunden gedauert. Ohne das ich noch was gehört habe. Nach dieser Zeit fing die Kabine sich an zu bewegen die Tür ging auf, und ein Mann in blauem dress stand vor mir und gab mir die anweisung die kabine zu verlassen?


    Ist das normal? Mir graust es davor jetzt nochmal Aufzug zu fahren. Danke für eure Antwort.


    Heike

  • hi heike,


    was mir bekannt ist:
    die befreiung muß innerhalb von 20 minuten eingeleitet sein =)
    du mußt aber nicht in 20 minuten raus sein X(
    der leitstand sollte mit dir kontakt halten =)
    aber spätestens nach einer stunde solltest du raus sein :P


    ist so schon eine lange zeit aber 2 stunden ?( und das ohne wc ;(


    bis denne


    knut

  • Ich würde sagen, in diesem Fall steht es dir frei, gegen den Betreiber der Anlage und/oder die betreuende Aufzugsfirma Anzeige zu erstatten.
    Ob dies aber mit irgendwelchem Erfolg belohnt wird, kann ich nicht sagen.


    Vom Betreiber muß gewährleistet werden, daß bei Personeneinschluß innerhalb einer halben Stunde eingegriffen werden kann. Dies wäre ja der Fall mit dem eingebauten Notruftelefon. Nun hat eben das Eintreffen des Monteurs länger gedauert, als üblich; das kann verkehrsbedingt sein oder was auch immer...

  • Hallo und danke für die prompte Antwort,


    ich habe mich jetzt nach euren Antworten mit Bekannten unterhalten, was da ja in Frage käme wäre eine Anzeige aufgrund von Freiheitsberaubung,
    Ob ich mich dazu entschließe? ich weiß nicht ?( zumal das ja auch ein Rechtsstreit ist dessen Ende nicht abzusehen ist. Der Ärger im Aufzug war schon ausreichend und ob ich mir da ein Hobby von mache ?(


    Aber erst noch mal danke und ich werde in Zukunft wohl öfter die Treppe benutzen.

  • Eben, die Rechtsstreiterei ist eine lange Geschichte und führt wahrscheinlich zu nichts.


    Aber jetzt auf das Aufzugfahren zu verzichten, halte ich für übertrieben; Angst vor Aufzügen braucht niemand zu haben. Natürlich ist es keine schöne Erfahrung, so lange in einer Aufzugskabine festzusitzen, aber das passiert nicht alle Tage...

  • Ich kann verstehen, dass das ärgerlich ist, wenn man im Aufzug stecken bleibt.


    Manchmal muss ich mich jedoch Fragen, wohin das noch führt, wenn alles im Rechtsstreit endet.


    Es gibt in Deutschland immer weniger miteinander, und nur noch das "Recht, das einem zusteht".


    Der Staat formuliert sich leicht damit, dass innerhalb einer kurzen Zeit eingegriffen werden muss. Aber such Dir mal na Großstadt, und dann noch Rushhour... und versuch dann mal in 30min von A nach B zu kommen. Das ist schier unmöglich. Gleiches gilt für Aufzugsanlagen, die auf dem Land sind. 17 Lastwagen und 3 Traktoren, und schon sind die 30min vorbei.


    Wenn innerhalb von 2 Std. die Befreiung durchgeführt wird, dann find ich das ne gute Leistung. Man denke mal 12 Jahre zurück, da wusste noch keiner was ein Notrufgerät ist.


    Wir sind schließlich alle noch Menschen. Und das sollten wir auch bleiben.


    Jürgen

  • Hallo!


    Wollt das Thema nochmal aufgreifen. Die Befreiung sollte in Ballungsgebieten innerhalb von 45 Minuten erfolgt (nicht abgeschlossen, sondern nur Person befreit) sein. In weitläufigeren Gebieten sind 60 min das Maximum. Sollte nach diesen 45 / 60 min die Person noch eingeschlossen sein, bzw. der Servicetechniker nicht vor Ort sein, muss die Feuerwehr gerufen werden. Spontane Verzögerungen können durch höhere, unvorhersehbare Gewalt entstehen. Eine Anzeige macht keinen Sinn, da meist nicht nachvollzogen werden kann, ob ein Stau oder Unfall vorhergesehen werden konnte. Die Servicezentrale und die Techniker sind immer bemüht, die PiA / EP zu befreien.



    So sind zumindest meine Konzern-"Gesetze"

  • Auch aus meiner Sicht sind die 2 Std. zu viel.
    Du allerdings nicht verraten wo sich der Aufzug befunden hat und zu welcher Uhrzeit Du stecken geblieben bist.
    Wenn Du nun auf einem Dorf weit ab von jeglicher Zivilisation gewesen bist so kann ich ich die Zeit zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen warum die Aufzugsfirma eigenes Personal zur Personbefreiung schickt.
    Solltest Du jedoch innerhalb einer Stadt so lange im Aufzug sitzen gibt es keine Entschuldigung. Dort hört für mich der Spaß nach einer Std. auf.


    Für unsere eigenen Anlagen, welche wir absehbar nicht schnell genug erreichen können, beauftragen wir Sicherheitsdinste vor Ort. Wenn es keine gibt schicken wir die Freiwillige Feuerwehr (wurde im vorwege abgeklärt).
    Auch erwartet unsere Notdinstzentrale vom Monteur eine Rückmeldung wenn er an der Anlage ist. Kommt diese nicht schnell genug wird nachgehakt und ggf.erfolgt ein Rückruf zur Anlage.


    Das der Leitstand ständig mit dir im Kontakt bleiben soll ist leider ein Wunschdenken, Du kannst aber immer wieder neu drücken und nachfragen wo der Monteur bleibt.
    Wenn alles nichts hilft, hilft der Aufzugsnotdinst mit der Kurzwahl 112 sofort. Die haben für jede Tür den Passenden Schlüssel ah Kuhfuß.


    Mit einer Klage wirst Du nicht weit kommen, auf dem Weg zu Dir ist ja soviel passiert was das eintreffen verzögert hat. War alles nicht vorhersehbar.


    Liftboy

    Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.

  • Alles easy, ob die Befreiung jetzt 59 oder 61 Minuten dauert ist doch in der Praxis fast egal. Wichtig ist doch wohl, dass überhaupt ein Notruftelefon eingebaut ist und dass am anderen Ende jemand dran geht, der weiß was zu tun ist. Aber Achtung: Es gibt viele Notruftelefone, die nicht ansatzweise funktionieren. Da sind solche mit Wählscheibe (welche Nummer soll dann gewählt werden?), Akkuüberwachung ist nicht gewährleistet (man braucht das Notruftelefon ja wohl gerade dann besonders, wenn der Aufzug wegen einem Stromausfall stehen geblieben ist), die Selbstüberwachung wird eher als lästig angesehen und die Grundgebühr für den Festnetzanschluss nervt auch. Der Prozess ist also alles andere als sicher. Dazu kommt, dass häufig Geräte eingesetzt werden, die in der Anschaffung billig sind. Folgekosten explodieren dann, so dass auch hier der Ärger vorprogrammiert ist.
    Mein Tipp: Geräte einsetzen, die günstige Kosten im Betrieb bringen - und nicht so sehr auf den Anschaffungspreis achten. Mein Favorit ist der Newcomer Safeline aus Schweden. An die kommt keiner ran.

  • ^^ du sagst es... Wäre aber der letzte Ausweg! Ich darf immer hinterher das Schlachtfeld aufräumen... Das geschulte Personal nimmt nämlich den notentriegelungsschlüssel umd die Türen aufzuhebeln^^

  • Hallo zusammen, das ist ganz eindeutig in EN81-28 (B.3 Reaktionszeit) und in der TRBS 2181 (A.3.2) geregelt. Hier ist klar definiert wie viel Zeit von der Notrufabgabe bis zum Eintreffen des Hilfeleistenden an der Anlage vergehen sollte. Ist das nicht möglich hilft wie bereits in einem anderen Beitrag geschrieben ein sogenannter Interventionsdienst. Ich kenne es von einem der größten deutschen Betreiber von Notrufleitstellen. Hier hat man europaweit ein Netz mit solchen Firmen gespannt. Das ist alles vertraglich abgesichert. Aber bis es dazu kommt, benötigt man auch ein funkitonsfähiges von der ZÜS (ehem. TÜV) abgenommenes Notrufsystem. Da darf ich in die gleiche kerbe wie Liftgott schlagen, SafeLine hat momentan das beste Notrufgerät auf dem dt. Markt. Überzeugt Euch www.safeline-deutschland.de. Hier stimmt Preis/Leistung! Wer Fragen hat kann sich gerne bei uns melden!


    Viel Spaß wünscht Euch der SafeLiner.

  • Hi Gemeinde,


    da muss ich safeliner Recht geben, in der dt. Bürokratie wird alles geregelt. Ob es zielführend ist den Betreiber wegen Freiheitsberaubung anzuklagen musst Du selbst wissen.


    Wie es Liftboy vorgeschlagen hat, selbst die Feuerwehr zu rufen halte ich auch für keine gute Idee. Das könnte dann, wenn Rechnugnen gestellt werden ins Auge gehen. Der Betreiber und das Call Center werden Sie dagegen wehren und argumentieren, dass der Notruf hätte erneut ausgelöst werden können. Ein gutes Call Center kann und muss sich rückwärts auch in den Aufzug einwählen können. Tun Sie das nicht, um z.B. zu sagen, dass es länger mit der Befreiung dauert, naja dann ist das nicht gerade professionell. Nur aufpassen was man dem Call Center sagt, viele zeichnen solche Gespräche auf, um dann im Fall eines Falles das alles gegen einen zu verwenden.


    LG FB

  • da bin ich mit meiner Firma auf der sicheren Seite... Alle 5 min wird reingerufen und gefragt, ob alles OK ist. Und der Insasse wird je nach dessen Aufregung beruhigt. In manchen Fällen (wie Panikatacken) gibt es bei uns im CallCenter geschulte Leute, die sich dann durchgehend mit dem Steckengebliebenen unterhalten über irgendwelchen Blödsinn aus dem Alltag, der wiederum sehr persönlich ist, aber das hilft gegen die Panik und lenkt ab...

  • Durch ein anderes Topic habe ich mal ein wenig in der EN geblättert:


    Zitat

    Nach der Empfangsbestätigung des Notrufs sollte die Zeit bis zum Einsatz vor Ort so kurz wie möglich sein, d. h.
    nicht länger als 1 h unter Normalbedingungen, z. B. ohne Verkehrsstau, keine widrigen Wetterbedingungen usw.


    Das könnte bedeuten das man im winterlichen Feierabendverkehr auch mal 2 Stunden warten darf.


    Liftboy

    Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.

  • Vorsicht Liftboy, die eine Stunde ist bereits wieder Vergangenheit! In den momentan gültigen Normen wie z.B. TRBS 2181 steht unter dem Punkt A.3.3 (ich zitiere): "...Die Zeit von der Notrufabgabe bis zum Eintreffen des Hilfeleistenden an der Anlage soll eine halbe Stunde nicht überschreiten." Die TRBS 3121 geht darauf zwar nicht näher ein, schreibt aber unter Punkt 3.6.1 (Zitat): "..., dass die Befreiung... zu jeder Zeit und in möglichst kurzer Zeit vorgenommen werden kann." In der En81-28 die ab dem 13. Feb 2003 Ihre Gültigkeit hat steht unter Punkt B.3 Reaktionszeit das was Du beschrieben hast. Aber die TRBS konkretisiert die EN81-xx. Mit der Stunde Zeit zur Befreiung wären einige Interventionsdienste fein raus, so müssen Sie sich wieder ein bisschen sputen, um Personen in angemessener Zeit aus Ihrer misslichen Lage zu befreien. Also 1-2 Stunde warten auf Befreiung ganz klar :thumbdown:


    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass bei einem der größten und renomiertesten Leitstellenberteiber in Deutschland die Wartezeit auf Befreiung die 30 Minuten nicht übersteigt! Ohne groß Werbung zu machen, kann man mit Fug und Recht behaupten hier 100% gut aufgehoben zu sein!

  • Hallöchen,


    bin gerade in Schreiblaune wie man an der Anzahl der letzten Berichte sehe kann. Chefe ist in Urlaub da hab ich endlich mal wieder Zeit.


    Lieber Liftchecker stelle Dir vor es ist Sommer, über 30 Grad mit einer oder mehrerer Personen im Aufzug und der bleibt stehen. Ich weiß nicht ob 2 Stunden dann noch zumutbar sind.


    Egal, schwarze Schafe im Sinne von Leitstellen, die den TItel nicht verdient haben, gibt es bestimmt wie Sand am Meer!


    Grüße vom FB

  • Ich weiß, das der Begriff "zumutbar" sehr dehnbar ist aber der Wortlaut ist nicht von mir sondern vom Gesetzgeber, leider kann ich nicht mit Quellen dienen, ich schau mal ob ich was finde.

    ..wenn ich mal sterbe dann friedlich im Schlaf wie mein Opa und nicht so kreischend wie sein Beifahrer....

  • @all


    Im Aufzug steckengeblieben ====> freu dich zu den 0,01% der Weltbevölkerung zu gehören die das erleben!


    3 Stunden im Stau offer A1 -----Alle knurren aber keiner redet von Freiheitsberaubung


    2 Stunden Bahnverspätung ------Alle knurren aber keiner redet von Freiheitsberaubung


    Probleme mit´m Amt ?? -------Alle knurren aber keiner redet von Freiheitsberaubung


    Natürlich könnte das mit der Personenbefreiung besser laufen aber ausser Klaustrophobiker (welche wahrscheinlich nicht Aufüge benutzen)


    sollte es doch nicht SOOOOO poblematisch sein.


    Gruss Neumacher