Gen2 Life | Rekuperation ohne Netzanschluss

  • Hallo zusammen


    in einem autarken EFH haben wir 2019 einen Gen2 Life einbauen lassen. Probleme gibt es beim Bremsen.

    Grund ist, dass die Salzbatterie (netzbildend 380V) nicht selbst in der Lage ist, den Rekuperationsstrom aufzunehmen. Dies verursacht erst eine Störung auf der Salzbatterie und dann ihr Abschalten.


    Erwogen wird eine Lösung, an den Frequenzumrichter einen Bremschopper anzuschliessen.

    Dazu benötigen wir folgende Angaben:

    • Was ist die DC-Zwischenkreisspannung des Frequenzumrichters im Standby-Modus?
    • Was ist die DC-Zwischenkreisspannung des Frequenzumrichters bei Rekuperation (Abbremsen des Lifts)?

    Der Frequenzumrichter ist ein OVFR03B 401/402


    Vielen Dank für eure Hilfe und Ideen.

  • Am ehesten wird dir das der Hersteller der Anlage, also Otis beatworten (können).

    Der Bremschopper wäre die Standardausführung im Umrichter, der die generatorisch erzeugte Energie über einen Widerstand "verbrät".

    Wie genau es bei dir umgesetzt ist, kann ich nur vermuten. Eine direkte Kopplung aus dem DC Zwischenkreis geht nur über eine aufwändige Regelelektronik, also auch wieder ein Bremschopper.

    In wie weit sich das aber rechnet, hängt von den Umständen ab. Auch die Energierückspeisung ist auch erst ab einer gewissen Fahrtenzahl und Förderhöhe sinnvoll.

    Wir haben das mal an einem 1000kg Aufzug mit 17m Förderhöhe gebaut. Die Rückspeisung ist eher ernüchternd. Auf die Zusatzzkosten hat es eine Amortisationszeit von 11 Jahren. Wenn man sich die Lebenserwartung von Umrichter und Wechselrichter ansieht, ist das ein tolles Geschäft - für den Komponentenhersteller ;-)

    Dein Natrium Ionen Akku (vulgo "Salzbatterie" ist dafür m.W. absolut ungeeignet. Da bei der Rückspeisung recht hohe Impulsströme auftreten, die der Akku nicht so ohne weiteres aufnehmen kann, ist das in meinen Augen ein Planungsfehler. Vielleicht gibt es dazu eine Ladeelektronik, die das in Akkuladung umsetzen kann. Kenne ich aber nicht. NaIO Akkus sind perfekt für Photovoltaikanlagen, aber für Rückspeisung von Aufzügen?

    Ralle

    Ich versuche mal ernst

    warum durch Langeweile sterben, wenn es auch vor Müdigkeit geht

  • Vielen Dank für die Erläuterungen.


    Eine kurze Erklärung zum Projekt:

    Das Haus ist erst während der Planung zum autarken Haus gereift. Es hat heute keinen Netzanschluss, stattdessen eine komplette Gebäudehülle aus PV, zwei Wasserstoff-Systeme zur saisonalen Speicherung und eben eine Salzbatterie.

    Die Salzbatterie ist eigens angeschafft worden, weil sie, anders als die Wasserstoffsysteme, 3 Phasen bietet, um den Lift betreiben zu können. Der Lift war beim Entscheid, auf den Netzanschluss zu verzichten, bereits bestellt. Die Problematik mit dem Bremsstrom war uns zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Leider. Es geht auch nicht darum, den rückgespeisten Strom zu verwerten. Von mir aus kann er einfach verbrannt werden. Der Lift muss aber störungsfrei laufen können.


    Dass die Salzbatterie Schwierigkeiten hat, haben wir nun gemerkt. Allein es fehlt eine Lösung.

    OTIS kann nur schwerlich die benötigten Angaben (s.o.) liefern. Wir sind deswegen im Moment auf uns allein gestellt und für gute Ideen sehr dankbar.


    Danke nochmal für die Ausführungen oben

    Benedikt

  • Je nach Umrichter sind keine 400V als einspeisung nötig.

    Ein Fu kann auch gut mit Einspeisung von Gleichspannung in den Zwischenkreis arbeiten.

    Nur die Elektronik braucht dann ihre 230V Versorgung.

    Wenn einer Im Aufzug steckt, immer mit der Ruhe. Der läuft nicht weg.

  • für meinen Geschmack ein bissl zu viel Konjunktiv ;-)

    Das wird so nix. Die Otis Gen Lifeline, oder wie das Zeuchs genannt wird, ist ein netter Ansatz. Soweit ich das kenne, ist der Leistungsbereich bei Einphasenwechselstrom unter 2,4kVA. Vielleicht gibt es auch Größere? Sollte aber Wurscht sein, denn die Rekuperation funzt nur bei geeigneten Speichermedien, also simplen Bleigelakkus, oder anderen Akkus, die Impulsfest sind. Selbst LiIO sollte da problematisch sein.

    Der bessere Ansatz ist natürlich die Netzspeisung bei einem vermaschten Drehstromsystem mit ausgewogenem Induktiven Anteil. Im Inselbetrieb kann ich nach meinem technischen Verständnis keine ausgewogene technisch wie wirtschaftliche Umsetzung sehen.

    Neuen Umrichter, Abtaktwiderstand rein und gut ist. Alles andere ist in meinen Augen nicht ausgegoren.

    Ralle

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