Unfall München 11.11.19

  • Hallo zusammen,


    Also nach einigen jährchen hier hab ich auch schon viel gesehen. Von Hightech bis Steinzeit. Aber die Beschreibung des u.g. Artikels kann ich mir einfach nicht vorm "geistigen Auge" vorstellen. Vorallem dann nicht, wenn steht, dass die Anlage in Ordnung ist und ein Bedienerfehler vorliegt. Sowas hätte doch bei einer GBU (spätestens beim TÜV) auftauchen müssen und somit dem Betreiber klar sein müssen, dass dort nachgebessert werden müsste aufgrund dem Stand der Technik. Somit müsste doch theoretisch der schon ein Problemchen bekommen. Ich gehe dabei jetzt mal von nem normalen Münchner Reihenhaus aus mit ggf Parteiverkehr, öffentlich zugänglich....


    Die Erklärung mit einem Drucksensor in der Bodenplatte ist auch etwas eigenartig. Wenn der nicht betätigt ist fährt die Kiste immer, egal ob Türe offen oder sonst was?


    "Schachttüre"(Gitter) konnte ohne Hilfsmittel geöffnet werden?


    Und zu guter letzt: knapp 100 Jahre vermutlich problemlos gelaufen und dann sowas.


    Klar ist die Gute da auf ne sau dumme Idee gekommen und hat vermutlich zu 80% selbst dazu beigetragen. Aber dennoch hab ich Fragezeichen im Kopf beim Unfallhergang und der Aussage, dass alles in Ordnung ist seitens der Aufzugsanlage.





    https://www.google.com/amp/s/w…eingeklemmt-1.4679078!amp

  • Wolle92

    Da haste dann wohl doch noch nicht alles gesehen.

    Nur kurz erklärt.

    Dieser Aufzug hat eine Handbetriebende Kabinenabschlußtür(als Scherengitter ausgeführt) welche nicht verriegelt wird.Diese läßt sich jederzeit von Hand öffnen.

    Der Druckplattenschalter am Kabinenfußboden überbrückt den KabinentürKontakt bei nicht Belastung.

    So darf der Aufzug mit leerer Kabine mit offener Kabinentür fahren.

    Ist jemand in der Kabine, also der Kabinenboden belastet ist ,muß der kabinentürkontakt geschlossen sein damit der Aufzug fährt.

    Das Problem ist , bei wie viel Gewicht löst der Druckschalter aus.

    Was war 1912 erlaubt?



    Diese Aufzüge haben ein hohes Gefährdungspotenzial gerade für Kinder.

    In der DDR gab es viele solcher Anlagen man sparte sich den Türantrieb.

    Ich glaube die waren damals als noch früher war auf 40Kg eingestellt und ein Innenruf war nur bei betätigen Druckschalter möglich.


    MfG

    Meine Beiträge basieren auf Berufs-und Lebenserfahrung , gefährlichen Halbwissen und Klugscheißerrei ?(

    2 Mal editiert, zuletzt von Aufzugsbauer ()

  • Beitrag von Wolle92 ()

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  • Da haste dann wohl doch noch nicht alles gesehen.

    na man lernt ja nie aus :-) und ich denk selbst in 10 Jahren gibts immer noch etwas, dass ich so noch nicht hatte.


    Na gut das mit der Überbrückung lass ich mir so eingehen. Das ist ok und nachvollziehbar.



    Wie siehts mit der "Schachttüre" aus? Kontakt? Weil sie war ja schon am rausklettern. D.h. Türe/Gitter offen.


    Wenn du mir das noch logisch erklären kannst, dann bin ich zufrieden :-)

  • Wolle92

    Man kann alt werden wie ne Kuh und lernt immer noch dazu.


    Zum Unfall

    Ich vermute mal die Schachttür war noch verriegelt und der Aufzug stand unter bündig .

    Nun versuchte sie hochzuklettern und die Schachttür zu entriegeln

    Entlastung der Bodentplatte, dann fuhr der Aufzug Abwärts und sie wurde zwischen Schachttür und Kabinendecke eingequetscht.

    Aber dies wird nicht eindeutig beschrieben .

    Tragisch für die Frau..


    In der GBU wurde bestimmt das Gefärdungspotential aufgezeigt.

    Der Aufzug war wahrscheinlich Technisch in Ordnung. Ebend auf dem Stand vor 100 Jahren.


    Jedenfalls hier in meinem Wirkungsbereich waren viele froh als diese Aufzüge umgebaut wurden.

    MfG

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  • Ich kann diesen "Stand der Technik zu der damaligen Zeit" nicht verstehen.

    Klar damals waren Aufzüge ein Hilfsmittel und die Menschen waren dankbar dafür und haben sich an die Beschreibungen und Warntafeln gehalten.


    Heute ist ein Aufzug ein Ärgernis das den ganzen Frust abbekommt wenn er mal nicht so will wie er soll (Vandalismuss).

    Das die Leute bei Pokemon Go noch noch nicht wie die Lemminge in den Schacht gesprungen sind wenn der Aufzug oben steht wundert mich eigentlich.


    Ich frage mich wer in so einem Fall haftbar gemacht wird?

    Natürlich hat das Mädel sämtliche Sicherheitsmechanismen ausgehebelt die zu der Zeit gängig waren.Aber wenn ich der Betreiber /Überwachungsverein wäre, müsste zumindest als Zusatz eine Lichtschranke zusätzlich rein.

    Erstens zum Schutz der Passagiere, die heutzutage nicht mehr lesen können und zum anderen um mich vor rechtlichen Ansprüchen zu schützen.


    Das es passiert ist tut mir für das Mädel echt leid aber in solchen Aufzügen ist Handlungsbedarf gefragt und das muss nicht im 5 - 6 stelligen Bereich sein.

  • die heutzutage nicht mehr lesen können

    Um dem dann vorzubeugen, kannst du schon mal anfangen, wie es heute in Bädern üblich ist, die Hinweistafeln und Bedienvorschriften "Multikulti" anzubringen und auszufertigen. Hier warte ich seit geraumer Zeit auf neue Vorschriften. Allein das Infoblättchen für den Fernnotruf, um es vernünftig bedienen zu können ist deutsch angesagt.

  • Das ist mal ein Thema für sich genau wie Rentner die den Aufzug benutzen obwohl überall angeklebt ist das er ausser Betrieb ist.

    Selbst ein Hinweistafel im Eingangsbereich der Kabine plaziert wird bewusst weggeschoben mit dem Argument " Er fährt ja noch!"

    Wie soll man gegen solche Ignoranz ankommen denn das führt genau zu solchen Problemen wie oben beschrieben.Am besten ne Webcam platzieren und die Leute mal bewusst zwischen den Etagen festsetzen damit die das mal kapieren.Letztenendes handeln die Passagiere bewusst fahrlässig und hinterher sind immer die anderen Schuld. Man merkt ich könnte mich Maßlos darüber aufregen denn die Aufzüge müssten eigentlich Deppensicher gemacht werden.